Mit «gefühlt 90 Prozent Ballbesitz» steuert der FCD auf den Abstieg zu
Nächster Dübendorfer Nuller
Der FC Dübendorf bestätigte zwar in Liestal seine spielerischen Fortschritte. Doch seine Chancen nutzte er nicht – und verlor einmal mehr
So niedergeschlagen hatte man Shaip Krasniqi noch selten gehört. «Brutal enttäuscht» sei er, sagte der Trainer des FC Dübendorf nach der 0:2-Niederlage seiner Mannschaft in Liestal. «Es ist megaschade, wenn du eine derart gute Leistung zeigst und dir so viele Chancen erspielst, und dann doch verlierst.» Umso bedauerlicher ist das, wenn man wie der FCD auf dem zweitletzten Platz liegt und Punkte dringendst benötigt.
In Liestal zeigte sich Dübendorf gegenüber der Partie unter der Woche gegen Leader Thalwil, bei der er ebenfalls auf unglückliche Weise leerausgegangen war, noch einmal verbessert. «Wir haben noch einmal einen Gang raufschalten können und waren gefühlt 90 Prozent in Ballbesitz», schwärmte Krasniqi.
Damit übertrieb der FCD-Coach freilich; doch tatsächlich war es verblüffend zu sehen, wie sehr der Abstiegskandidat dem Spiel gegen den Viertplatzierten den Stempel aufdrückte und wie mühelos bis zum gegnerischen Strafraum vordrang. Ins Tor wollte der Ball aber nicht.
Latte, Pfosten – aber kein Tor
Ricardo da Silva vergab eine erste Möglichkeit, als er in aussichtsreicher Position den Ball nicht richtig traf. Kristijan Klincov vergab seine Chance und auch Routinier Delil Ferati liess die Kaltblütigkeit vermissen. Er entschied sich alleine vor dem gegnerischen Goalie nämlich für einen Lupfer, der an der Latte endete, statt die Aufgabe auf einfach Art zu erledigen.
Vom Heimteam war die ganze erste Hälfte über offensiv kaum etwas zu sehen – bis auf einen Freistoss aus der Distanz kurz vor der Pause. Aber den verwertete es dann auch gleich mit einem Schuss ins Kreuz.
Nicht viel anders erging es den Dübendorfern im zweiten Abschnitt. Doch auch in diesem fehlte der krönende Abschluss. Ferati schoss daneben, Rafael Bräm traf nur den Pfosten Klincov verfehlte das Ziel mit einem Kopfball. Und als Letzterer doch einmal reüssierte, wollte der Referee ein Offside gesehen haben.
Die Baselbieter hingegen fuhren gegen die immer mehr riskierenden und zuletzt mit vier Stürmer agierenden Gäste einen erfolgreichen Konter und stellten auf 2:0, bei dem es trotz aller Bemühungen der Dübendorfer auch blieb.
«Ohne Tore kannst du nicht gewinnen», resümierte Krasniqi, das imaginäre Phrasenschwein stopfend. Falls sich an der Ineffizienz der Dübendorfer auch am nächsten Sonntag gegen den designierten Absteiger Pratteln nichts ändert, ist davon auszugehen, dass sie diesen in die 2. Liga begleiten werden.
Liestal - Dübendorf 2:0 (1:0). – Tore: 40. Schreiber 1:0. 70. Osmani 2:0.