Überregulierung als Bremsklotz
Tribüne
Gesetze mit exakt definierten Inhalten können zweckdienlich sein. In Bereichen, die einem stetigen Wandel unterworfen seien, seien Detailregulierungen jedoch hindernd, findet «Tribüne»-Autor Stephan Weber.
Zum Autor: Stephan Weber ist FDP-Kantonsrat und wohnt in Wetzikon
Haben Sie sich auch schon in einer Situation erwischt, in der Sie fanden: «Das geht gar nicht, das sollte man verbieten!»? Als spontane Reaktion ist dieses Verhalten verständlich, aber es ist Vorsicht geboten, denn dies ist der Anfang des Übels. Unsere Gesellschaft tendiert dazu, alles immer detaillierter zu regulieren, anstatt Freiräume und Entwicklungsmöglichkeiten zu schaffen und Verantwortung einzufordern.
Wir erleben gerade wieder einmal eine unruhige Zeit, welche unsere gewohnte Stabilität infrage stellt. Wir sind gefordert, viele Probleme anzugehen, sei es Sicherheit, Raumentwicklung, Wettbewerbsfähigkeit, gesellschaftliches Miteinander, Umwelt, Migration und vieles mehr. Wir brauchen neue Lösungsansätze und müssen Gewohntes hinterfragen; da stehen uns Regulierungen und Gesetze oft im Weg. Die Regulierungsdichte führt dazu, dass sich unterschiedliche Gesetze zum gleichen Themenbereich widersprechen, obwohl eine Interessenabwägung für eine gute Lösung unabdingbar wäre.

