Mein tapferes Bäumchen
No öppis …
Als Achtjähriger habe ich einen Apfelbaum aus einem Kern gepflanzt – endlich trägt er Früchte. Die Geschichte eines Obstbäumchens, das mich durch die Schule begleitete.
Vor etwa zehn Jahren – für einen 18-Jährigen ist das eine recht substanzielle Zeitspanne – ass ich einen Apfel. Was zunächst trivial wirkt, sollte wegen der Symbolträchtigkeit nicht unterschätzt werden: Beginnt nicht die bekannteste Tragödie der Weltgeschichte ebenfalls mit dem Biss in einen Apfel? Zugegebenermassen endete die Sache bei mir etwas glimpflicher.
Als ich den letzten Bissen heruntergeschluckt hatte und nun den Stiel, an dem das Bütschgi baumelte, zwischen Daumen und Zeigefinger hielt, kam mir eine Idee. Wieso pflanzte ich nicht einfach meinen eigenen Apfelbaum? Ich nahm also einige Kerne heraus und bettete sie mit etwas Hilfe meiner Mutter in einen Topf mit Komposterde.
Es ging nicht lange, und schon sah man die ersten Blättchen: Gleich mehrere Kerne hatten gekeimt! Mit einer Schaufel hob ich die Keimlinge einzeln heraus und verteilte sie auf mehrere grössere Töpfe. Schliesslich überlebte nur einer, doch dieser war umso erfolgreicher – wer weiss, vielleicht war das mein erster Berührungspunkt mit Charles Darwin.

