Sprachkompetenzen stärken – aber nicht mit Frühfranzösisch
Tribüne
Frühfranzösisch wird hochstilisiert. «Unnötigerweise», wie «Tribüne»-Autor Benno Scherrer findet.
Zum Autor: Benno Scherrer ist GLP-Kantonsrat sowie Präsident der Sekundarstufe Uster und wohnt in Uster
Ich liebe die französische Sprache, ich liebe die Westschweiz – und trotzdem bin ich gegen das Frühfranzösisch. Ich hatte erst ab der Sek Französisch und durfte von den auf Kommunikation ausgerichteten Lehrmitteln «On y va» und «Ça y est» profitieren. Ich kann wie viele meiner Freunde die Dialoge mit René, Simone und François immer noch auswendig. Dadurch habe ich einen Einstieg gefunden und habe schliesslich die Sprache selber weiter gepflegt, auch in einem WK mit einer Kompanie der Romandie.
Der erhoffte Nutzen des Frühfranzösisch in den Primarschulen im Kanton Zürich hat sich leider trotz grossem Aufwand und hohen Erwartungen nicht eingestellt. Konkret: Wenn ich mit Französischlehrpersonen auf der Sekundarstufe spreche, dann höre ich fast nur, dass sie bei null anfangen müssen, und das trotz je drei Lektionen in der 5. und 6. Klasse, die sinnvoller in Deutsch und/oder Mathematik investiert würden.

