Wie mich ein Drache aus dem Schwimmbad vergraulte
No öppis …
Unsere Autorin macht um öffentliche Schwimmbäder einen möglichst grossen Bogen. Schuld daran ist eine Drillmeisterin von einer Schwimmlehrerin. Und der Fünfmetersprungturm im Sportzentrum Effretikon.
Ich bin eine Wasserratte. Ob Brauiweiher, Töss, Greifensee oder – nicht mehr ganz Oberland und auch ein bitzeli grösser – Nordsee: Nichts wie rein ins kühle Nass! Was ich hingegen gar nicht mag, sind öffentliche Schwimmbäder. Der Grund dafür liegt, wie so vieles, in meiner Kindheit.
Wir Illauer Primarschüler (Anmerkung der Autorin: Es heisst tatsächlich Illau, Illnau sagen bloss Auswärtige oder Neuzuzüger) hatten im Sommerhalbjahr jeweils einmal die Woche nach Effretikon ins dortige Freibad zu radeln. Im «Esi» erwartete uns dann eine Schwimmlehrerin. Wie sie hiess, ist mir entfallen – oder ich habe es verdrängt. Nur so viel: Wir nannten sie schlicht «die Drachin».
Und diese kannte nur ein einziges Ziel: uns Kinder für die unzähligen Schwimmtests zu drillen, die damals gerade erst eingeführt worden waren. Krebs, Seepferdchen, Frosch: Wahrscheinlich kassierte sie für jeden erfolgreichen Absolventen ein Kopfgeld. Dieses hortete sie anschliessend ihrer Spezies gerecht als Drachenhort in ihrer Höhle.

