Wer den Römer nicht ehrt, ist Asterix nicht wert
Mein Zyklus hat zwei Einstellungen: Welt retten oder Weltuntergang. Letztlich hilft ein Vergleich mit Asterix und den Römern, die Höhen und Tiefen des Frauseins zu verstehen.
In meinem Zyklus gibt es Tage, an denen scheint mir die Sonne aus dem Allerwertesten. Ich wache auf und hüpfe wie ein junges Küken ins Badezimmer – die Haut ist straff und glänzt, die Haare sitzen. An solchen Tagen bin ich wie Asterix gegen die Römer. Voll auf Zaubertrank und einfach unschlagbar.
Die Arbeit erledigt sich fast von selbst, ich bin produktiv wie nie. Die Kreativität lebt in mir, und Effizienz wurde gefühlt von mir erfunden. Auch nach Feierabend bin ich eine Maschine. Ich staubsauge die Wohnung, streiche das Badezimmer, lese gleichzeitig ein Buch darüber, wie ich die Welt retten kann, und löse am Telefon die Probleme meiner Freundinnen. «Ihr wüsset doch – es wird wieder besser», sage ich dann.
Grosse Worte, die ich mir im Verlauf des Monats dick hinter die Ohren schreiben müsste. Denn der Zaubertrank, der wirkt nicht ewig.
Zwei Wochen später ist das Leben aus unerfindlichen Gründen miserabel. Ich kriege meinen Körper, der sich zehn Kilo schwerer anfühlt, kaum aus dem Bett. Die Haare stehen nicht nur metaphorisch zu Berge, und von meiner Laune brauche ich gar nicht erst anzufangen.

