Wo ist die SVP, und wo sind die Frauen?
Die SVP scheitert in Fällanden erneut am Einzug in den Gemeinderat. Und nach dem Rückzug zweier Amtsträgerinnen ist die Exekutive nun eine reine Männergruppe. Eine Einordnung.
Wähleranteilmässig wäre die SVP stärkste Kraft in Fällanden – zumindest bei kantonalen und nationalen Wahlen. Aber Gemeinderatswahlen sind eine Persönlichkeitswahl. Und offenbar schafft es die Partei nicht mehr, der breiten Bevölkerung einen valablen Kandidaten zu präsentieren. Der letzte Versuch ging 2015 schief, als die SVP für ihren verstorbenen Gemeinderat Heinz Stoop einen Nachfolger ins Rennen schickte – und scheiterte.
Heuer stieg Ortsparteipräsident Huldrych Thomann selber in den Ring – und verpasste die Wahl. Manch einen aus der Stimmbevölkerung dürfte ein ungutes Gefühl beschlichen haben. Denn Thomann stand vor einigen Jahren als Kirchenpflegepräsident im Zentrum eines internen Streits, der bis zu einer Strafanzeige gegen ihn und weitere Personen eskalierte. Das Verfahren wurde zwar eingestellt, doch durch die Unruhen verspielte Thomann das Vertrauen der Kirchgemeinde und wurde vor vier Jahren nicht wiedergewählt.
Das zweite Trauerspiel ist die Absenz der Frauen im Gemeinderat. Nachdem Maia Ernst (GLP) und Rita Niederöst (SP) nicht mehr zur Wahl angetreten waren, ist die Regierung nun zu einer reinen Männergruppe verkommen. Insbesondere die SP, die sich jeweils vehement gegen die Untervertretung der Frauen stemmt, schaffte es nicht, eine Nachfolgerin für Niederöst zu finden. Mit Stefan Zoller konnte die Partei zumindest ihren Sitz halten.
Weil auch in der Rechnungsprüfungskommission keine Frau vertreten ist, ist damit die Gesellschaft als Ganzes in den politischen Behörden Fällandens nicht abgebildet.
