Mein Ex-Libris-Trauma – ein unangenehmes Geständnis
No öppis…
Meine Generation ist aufgewachsen mit Jimi Hendrix, Led Zeppelin oder The Velvet Underground. Eine Kolumne über den Erwerb von Vinylschallplatten und darüber, was das in einem Menschen auslösen kann.
Als mich die Nachricht vom Ende der Ex-Libris-Läden erreichte, war ich etwas traurig. Ex Libris war ein Teil meiner Jugend. Mein Schulweg in Chur führte vor vielen Jahren an einer Filiale vorbei.
Das hatte zur Folge, dass ich die eine oder andere Zwischenstunde im Ex Libris verbrachte und den kleinen Laden nach neuen Langspielplatten oder – aufgrund der chronisch angespannten Taschengeldsituation – vielmehr nach verbilligten Restposten durchstöberte.
Eigentlich hatte ich geglaubt, ich hätte die peinliche Erinnerung an dieses eine Erlebnis im Ex Libris nach Jahren der nagenden Qual abgehakt. Sie war im Lauf der Jahre vom Hippocampus in den Neokortex gelangt, wo sie unter anderen Erinnerungen an eine Pubertät in den trübseligen 1980er Jahren eine Sedimentschicht bildete, die ich nur zu gerne dort liess, wo sie war. Weit weg, weit unten.

