Wila: Einwohnerzahl überschaubar, Kultfaktor grenzenlos
Wila beweist, dass sich Coolness und Herzenswärme nicht ausschliessen und wie man mit vermeintlich kleinen Gesten eine grosse, nachhaltige Wirkung erzielt.
Mit gut 2000 Einwohnern gehört Wila zu den kleinsten Gemeinden im Kanton Zürich. Doch das Epizentrum der Coolness liegt manchmal abseits der Metropolen, wie das jüngste Beispiel, die Weihnachtsaktion des Gemeinderats, zeigt.
Denn diese lässt wohl niemanden kalt – weder im übertragenen noch im wörtlichen Sinne. Wie wir von einem Leserbriefschreiber erfahren haben, erhielten alle Einwohner Wilas eine ganz besondere Weihnachtspost.
Darin enthalten war eine Weihnachtskarte, die von den Schülern der Sekundarschule Wila gezeichnet wurde und damit zeigt, wie eine Gemeinde die Jugendlichen aktiv ins Geschehen einbinden kann. Aber auch die Botschaft, die mit der Karte übermittelt wird, geht ins Herz: «Wärme schenken – gerade in unruhigen Zeiten».
Die Krönung des Ganzen dürften dabei die einzigartigen Weihnachtssocken sein – notabene mit dem Wilemer Wappen. «D Füess warm – d Härz no wärmer» lautet das Motto des neusten Wilemer «Local Merch»-Produkts.
Diese Socken haben das Zeug zum nächsten Kultobjekt. Damit treten sie in die Fussstapfen der roten Wila-Mützen, welche die Gemeinde an Weihnachten 2024 an alle Haushalte verschickt hatte. Laut Gemeinderat Michael Hutzli (parteilos) sind die Mützen inzwischen so beliebt, dass sie für die Wilemer auf Urlaubsreisen zum festen Fotoaccessoire geworden sind.
Hutzli, der für das Gemeindepräsidium kandidiert, verriet kürzlich mit einem Augenzwinkern: «Ich würde nicht ganz so viel Wert auf Weihnachtspullover legen wie mein Vorgänger Simon Mösch.» Da dürften ihm die neuen Socken gerade recht kommen: Im Gegensatz zum auffälligen Pullover setzen sie auf diskreten Charme – und lassen dem Träger die Freiheit, das festliche Design nur bei Bedarf «aufblitzen» zu lassen.

