Von langsamen Mühlen und dicken Brettern
Tribüne
Demokratische politische Prozesse sind ja etwas Gutes – aber sie können zuweilen sehr lange dauern. Zum Beispiel beim neuen Richtplan der Stadt Uster, wie «Tribüne»-Autor Stefan Feldmann bedauert.
Zum Autor: Stefan Feldmann ist SP-Kantonsrat und -Stadtrat und wohnt in Uster
In der Schweiz mahlen die politischen Mühlen bekanntlich langsam. Das hat Vor- und Nachteile. Der Vorteil: Wir schiessen nicht drein und brechen nicht etwas übers Knie, das sich schon nach kurzer Zeit als falsch oder nicht machbar herausstellt. Das sorgt für eine gewisse Beständigkeit. Der Nachteil: Bei gewissen Themen geht es quälend langsam voran und dauert eine Ewigkeit, bis etwas nicht mehr Brauchbares endlich abgelöst werden kann. So wie der Richtplan der Stadt Uster.
Der gültige Richtplan der Stadt Uster stammt aus dem Jahr 1986. Damals hiess der US-Präsident Ronald Reagan. Die Sowjetunion und der Warschauer Pakt existierten. Und die Schweizer Fussballnationalmannschaft verpasste die fünfte Fussball-WM in Folge. Mit anderen Worten: Der gültige Richtplan von Uster atmet den Geist einer längst vergangenen Zeit, wo bedenkenlos auf der grünen Wiese gebaut wurde und das Automobil das Mass aller Mobilitätsdinge war. Höchste Zeit, dass diese veraltete Planungsgrundlage ersetzt wird.

