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Geschichten, die in Erinnerung bleiben

Wenn ausgebüxte Kühe mit dem Heli abheben

Diese Geschichten, Reportagen, Porträts, Geschehnisse und Schicksale haben unsere Redaktorinnen und Redaktoren dieses Jahr nachhaltig geprägt. Heute: Wenn ausgebüxte Kühe mit dem Heli abheben.

In Kyburg versumpfte eine Kuh in einem Tobel. Ihre dramatische Rettung verfolgte die Redaktorin eins zu eins auf ihrem Handy.

Fotos: PD, Andreas Bärtschi

Wenn ausgebüxte Kühe mit dem Heli abheben

Geschichten, die in Erinnerung bleiben 

Diese Geschichten, Reportagen, Porträts, Geschehnisse und Schicksale haben unsere Redaktorinnen und Redaktoren 2025 nachhaltig geprägt. Heute: Im richtigen Moment am richtigen Ort sein geht selbst am Schreibtisch.

Das Jahr 2025 nähert sich dem Ende. Auch in diesem Jahr blickt die Redaktion auf die spannendsten Momente, packendsten Geschichten und interessantesten Menschen zurück. In persönlichen Einblicken erzählen Redaktorinnen und Redaktoren von ihren High- und Lowlights. (zo)

Es gibt Tage im Leben einer Redaktorin, in denen man just im richtigen Moment am richtigen Ort ist. So geschehen am 2. Juli, als in Kyburg eine ausgerissene Kuh per Helikopter aus einem Tobel ausgeflogen werden musste.

Nicht, dass ich an diesem Tag zufälligerweise gerade des Weges gekommen wäre. Vielmehr sass ich tippend auf der Redaktion, als auf meinem Handy ein Foto von Andreas Bärtschi aufpoppte.

Für diejenigen, denen der Name nichts sagt: Bärtschi ist der Wisliger, der ausgemusterte Feuerwehrautos aufkauft. Anschliessend fährt er sie in die Ukraine, wo sie weiterhin gute Dienste leisten. Seitdem ich über ihn und sein Projekt geschrieben habe, behalte ich seinen WhatsApp-Status interessehalber im Auge.

Diesmal war es aber kein Foto von einem weiteren Tanklöschwagen, sondern von einer Kuh. Sie schien in einem steilen Waldtobel und bis zu den Knien im Sumpf zu stecken. Sekunden später folgte ein Bild von derselben Kuh, diesmal in einer Art Seilschlinge, und von zwei Männern, die konzentriert in den Himmel starrten.

Kurzerhand griff ich zum Handy – und musste erst einmal gegen das durchdringende «Tschop-Tschop-Tschop» eines Helikopters anschreien. Ich war «real time» mitten in einer tierischen Rettungsaktion gelandet. Was ich trotz dem Lärm verstand, war der Ort des Geschehens, nämlich Kyburg.

Damit war klar: Das gibt einen Artikel! Eine paar Detailfragen via Chat mit Bärtschi im Tobel unten geklärt, dann leitete er mir die Kontaktdaten von Kuhbesitzer Martin Meier weiter. Während ich noch versuchte, den Landwirt ans Telefon zu bekommen, entschwebte auf meinem Handybildschirm bereits die Kuh zwischen Baumkronen in Richtung Heimathof.

Ich hatte meinen hastig getippten Artikel gerade zum Gegenlesen geschickt, als auf meinem Handy ein neues Foto erschien – diesmal von Martin Meier. Das Foto zeigte die Ausreisserin kniehoch im Stroh stehend. Dazu der lapidare Kommentar: «Wieder im Stall».

Tele Züri stieg ein paar Tage später mit dem Kyburger Landwirt nochmals ins Tobel hinunter. Der Beitrag war logischerweise kalter Kafi für mich. Bis auf einen Punkt, und der fuchst mich noch heute: Ich hatte in der Hitze des Gefechts vergessen, nach dem Namen der Kuh zu fragen. Paloma heisst sie, spanisch für «Taube». Eine Taube, die per Heli ausgeflogen werden muss – schade um die nette Pointe ...

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