Als der «Zürcher Oberländer» den Rütner Räbeliechtliumzug rettete
Diese Geschichten, Reportagen, Porträts, Geschehnisse und Schicksale haben unsere Redaktorinnen und Redaktoren in diesem Jahr nachhaltig geprägt. Heute: Wie ein Zeitungsbericht für Hunderte Lichter sorgte.
Der Zeitungslandschaft geht es leider nicht allzu gut. Überall sinken die Auflagen, die Regionalzeitungen sind besonders betroffen. Interessiert sich niemand mehr für manchmal eher niederschwellige Geschehnisse vor der eigenen Haustür? Weit gefehlt, es gibt Hoffnung!
Als ich von der diesjährigen Wiedergeburt des Räbeliechtliumzugs in Rüti hörte – zugegeben, keine Nachricht mit regionaler Tragweite –, wurde ich eines Besseren belehrt und konnte neue Hoffnung schöpfen. Die regionaljournalistische Arbeit tangiert viele Leserinnen und Leser trotzdem.
Denn vor mehr als einem Jahr berichtete sowohl das «Regio» als auch der «Zürcher Oberländer» über das Ende des grossen Räbeliechtliumzugs in Rüti, der jeweils bis zu 800 Kinder und Eltern ins Dorf lockte. Das Organisationskomitee konnte jedoch keine neuen Mitglieder mehr finden, die sich für den Verein engagieren wollten.
Dass wir just über diese «Mangellage» berichteten, motivierte unzählige Leserinnen und Leser in Rüti dazu, sich freiwillig zur Verfügung zu stellen. Beim Vereinspräsidenten gingen so viele Anrufe ein, dass er einigen Interessierten zeitnah noch nicht einmal eine Zusage für die Mitgliedschaft erteilen konnte.
Wenig später hatte sich ein neues, aus zwölf Rütnerinnen und Rütnern bestehendes OK gebildet. Für uns war dies zu Beginn des Novembers indes natürlich eine Nachricht wert. Zunächst gab es allerdings ein Hindernis: Wie sollte ich berichten, wenn ich keinen der Verantwortlichen erreichen konnte? Nach nicht auffindbaren Telefonnummern und E-Mail-Nachrichten, die allesamt ins Leere liefen, rechnete ich nur noch mit einem kleinen Veranstaltungshinweis in der Rubrik «In Kürze». Ich wurde aber eines Besseren belehrt: Wie aus dem Nichts klingelte nach einigen Tagen doch noch mein Telefon.
Am anderen Ende der Leitung die fröhliche Stimme einer Frau, die sich für die Wiedergeburt des Umzugs eingesetzt hat und sich bereitwillig für ein paar Zitate und der damit verbundenen Vorschau zur Verfügung stellte. Der «neue» Räbeliechtliumzug konnte das Rütner Zentrum an einem grauen Sonntag im November also auch dank eines redaktionellen Berichts erhellen. Im Nachhinein erreichten mich Nachrichten voller Dankbarkeit – in der heutigen Zeit keine Selbstverständlichkeit.
Demnach: Gesegnete Festtage allerseits!
