Die billigste Kilowattstunde ist die, die wir nicht verbrauchen
Tribüne
Energiesuffizienz sei ein Stiefkind der Politik. Das müsse sich unbedingt ändern, findet «Tribüne»-Autorin Marionna Schlatter.
Zur Autorin: Marionna Schlatter ist GP-Nationalrätin und wohnt in Hinwil
In der energiepolitischen Debatte dreht sich vieles um Technik: neue Kraftwerke, grössere Speicher, effizientere Geräte. Das ist wichtig, doch es greift zu kurz. Entscheidend ist auch, wie viel Energie wir überhaupt verbrauchen. Neben dem Ausbau und der Steigerung der technischen Effizienz gehört deshalb ein dritter Aspekt in den Mittelpunkt: Suffizienz, also der bewusste geringere Verbrauch von Energie und Ressourcen.
Suffizienz ist überall dort wirksam, wo wir nicht nur «effizienter» verbrauchen wollen, sondern grundsätzlich weniger Energie benötigen. Ein konkretes Beispiel ist der Gebäudebereich. Hier steckt enormes Potenzial: Gebäude sanieren und erneuerbar heizen spart Energie. Dank Vorschriften und Programmen von Kantonen und Bund ist es gelungen, die CO2-Emissionen von Gebäuden um 46 Prozent zu senken – trotz Bevölkerungswachstum.

