Nur ein Schuss vor den Bug – oder muss jemand in die Bresche springen?
Am Abstimmungssonntag sagen acht Gemeinden Ja zum GZO. Aus Bubikon kommt ein Nein. Das Ergebnis analysiert der stellvertretende Chefredaktor.
Konkurs: Sollte man die Führung des GZO Spitals Wetzikon an ihren Aussagen messen, dann könnte mit dem Nein aus Bubikon zur Aktienkapitalerhöhung das Schicksal des Spitals besiegelt sein.
Immer wieder betonten der neue Verwaltungsratspräsident Andreas Mika und Spitaldirektor Hansjörg Herren, es gebe keinen Plan B. Sollten die 50 Millionen Franken als Beitrag der Besitzer an die Sanierung des Spitals nicht vollumfänglich gesprochen werden, gehe das GZO höchstwahrscheinlich in Konkurs.
Wir sprechen von 3,12 Millionen Franken, die fehlen. Heisst im Umkehrschluss: 46,88 Millionen Franken würden fliessen. Vorausgesetzt, die Gläubiger stimmen im Frühjahr 2026 dem Nachlassvertrag zu.
Springt hier noch jemand in die Bresche? Werden die Reserven von 5 Millionen Franken gekürzt? Und sagen am Ende die Verantwortlichen, «alles nur halb so schlimm»?
Natürlich wünscht niemand dem Spital und all seinen Mitarbeitenden den Konkurs. Was sich die Oberländer Bevölkerung allerdings wünscht, ist Glaubwürdigkeit.
Nicht erst seit den letzten Enthüllungen über die Sondierungsgespräche des Spitals mit dem Kanton muss die Frage der Glaubwürdigkeit gestellt werden.
Vielleicht ist auch das Abstimmungsergebnis so zu deuten: Denn wer hatte nicht vor den Urnengängen in dieser emotional geführten Debatte mit Resultaten um oder über 80 Prozent gerechnet, so, wie es beim Spital Uster vor anderthalb Jahren der Fall war. Dort lag die Stimmbeteiligung in der Standortgemeinde bei 60,8 Prozent, das Ja bei 87,5 Prozent. Und Wetzikon? Dort gingen «lediglich» 47 Prozent der Stimmberechtigten an die Urne, das Ja liegt «nur» bei 82 Prozent. Überhaupt überrascht – wenn man den Vergleich zur Abstimmung über die Spitalrettung in Uster herbeizieht – die doch eher tiefe Stimmbeteiligung von durchschnittlich 50 Prozent.
Denn auch Stimmenthaltungen sind im politischen Prozess ein Zeichen. Eines, das die Spitalführung ernst nehmen sollte, wenn sie ihre Glaubwürdigkeit zurückgewinnen will.
