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Ein Blick sagt mehr als 1000 Likes

Ein Smartphone ist etwas Gutes. Man sollte darob aber seine Kinder nicht vergessen, mahnt «Tribüne»-Autorin Raffaela Fehr.

So viele Apps, so viele Versuchungen auf dem ständigen Begleiter Handy – doch wann hatten wir zuletzt Zeit für die Kinder?

Fotos: Pixabay und PD

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Erwachsene wie Kinder lieben ihre Smartphones. Doch wer seine Kinder liebt, sollte das Telefon öfters zur Seite legen, rät «Tribüne»-Autorin Raffaela Fehr.

Zur Autorin: Raffaela Fehr ist FDP-Kantonsrätin und wohnt in Volketswil

Kennen Sie das: Sie stehen in der Küche, Ihre Tochter spricht mit Ihnen. Ihre Antworten? Einsilbig. Mal ein «ja» oder «oh, schön» oder «nein, jetzt nicht». Und irgendwann läuft die Tochter weg, und Sie merken – Mist! Was wollte meine Tochter eigentlich?

Sie wollten doch nur noch kurz die SMS beantworten. Die SMS ist beantwortet, und genau so hat ihre Tochter eine Antwort erhalten. Nämlich, dass es völlig okay ist, das Smartphone in den Mittelpunkt zu stellen. Um das klarzustellen: Ich stehe in der Küche, und meine Tochter hat einsilbige Antworten erhalten.

Vielleicht sind Sie in den vergangenen Wochen über ein Plakat der Kampagne «Go offline – keine digitalen Medien bis vier Jahre» gestolpert? Damit sollen Eltern für das Thema sensibilisiert werden. In der Vergangenheit propagierten Fachstellen, dass ein bisschen Bildschirmzeit für Kleinkinder schon okay ist. Das wäre bestimmt auch so. Doch «ein bisschen» ist es häufig nicht. Haben Sie schon mal einem Kind – fast egal welchen Alters – das Handy weggenommen? Es führt allzu häufig zu Konflikten. Konflikte, die man, zumindest bei Kleinkindern, vermeiden kann. Nämlich dann, wenn das Handy wie das Glas Wein behandelt wird.

Damit sind wir beim noch viel schwierigeren Teil der Aufgabe angelangt: bei uns selbst. Wir Eltern müssen nämlich unser Handyverhalten genauso hinterfragen. Es ist echt schwierig, unseren Kindern die Welt zu zeigen, etwas zu erklären oder mit ihnen zu diskutieren, wenn wir selbst nur auf den Bildschirm starren. Zum einen verpassen wir so immer wieder Gelegenheiten, in denen wir die Beziehung zu unseren Kindern stärken können, und zum anderen verpassen wir es, ihnen unsere Sprache und vieles mehr zu vermitteln.

Smartphones sind aus unserer Zeit nicht mehr wegzudenken. Und nein, zurück will ich nicht. Doch mit der Smartphone-Nutzung gehen Probleme einher, und die müssen wir uns bewusst machen. Denn sie machen etwas mit unserer Gesellschaft, insbesondere mit unseren Kindern.

Legen wir doch das Handy bewusst zur Seite und geniessen die Offline-Zeit mit unseren Kindern. Denn sie wollen mit uns tanzen, Schnecken zählen, Grimassen schneiden, diskutieren, uns in ihre Welt mitnehmen. Lassen wir es zu – organisieren können wir noch später! Denn: Ein Blick sagt mehr als 1000 Likes.

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