Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Meinung

Ein Kommentar über die politische Beteiligung

Egg hat die Demokratie für sich entdeckt

Politik lebt davon, dass sich die Menschen auch dafür interessieren. Umso schöner ist es zu sehen, dass die Bevölkerung in Egg aus dem Politikschlaf aufgewacht ist.

Das blieb nicht unentdeckt: Die Bevölkerung in Egg beteiligt sich zurzeit aktiv an der lokalen Politik.

Bildkombo: jgu

Egg hat die Demokratie für sich entdeckt

Ein Kommentar über die politische Beteiligung

Politik lebt davon, dass sich die Menschen auch dafür interessieren. Umso schöner ist es zu sehen, dass die Bevölkerung in Egg aus dem Politikschlaf aufgewacht ist.

Eine Gemeindeversammlung in Egg ist ein Garant für emotionale Debatten. Ein politisch interessierter Teil der Bevölkerung nutzt dabei gerne die Möglichkeit, seinen Unmut öffentlich kundzutun. Trotz alledem hält sich die Anzahl an Stimmberechtigten meist in Grenzen. 

Nicht so am Montagabend. Diese Gemeindeversammlung vermochte es, die Menschen zahlreich aus ihren Häusern zu locken. Eine stattliche Zahl von 250 Stimmberechtigten fand sich im Hirschensaal ein. Grund für das hohe Aufkommen war das mögliche Verbot von lärmendem Feuerwerk auf Gemeindegebiet.

Debattiert wurde mit Herzblut, die Rednerinnen und Redner sprühten vor Euphorie. Mit unzähligen Wortmeldungen beteiligten sie sich an der Debatte. Das Verbot fand letztlich mit 128 zu 100 Stimmen Anklang, gefolgt von Applaus, was bei Gemeindeversammlungen sonst verpönt ist.

Emotional fiel dann auch die Reaktion aus, als plötzlich der Antrag auf eine Urnenabstimmung im Raum stand. «Das ist doch keine Demokratie!», machte ein Votant seinem Frust Luft. Eine Stimmbürgerin bekräftigte, dass man das Stimmergebnis akzeptieren solle. Die Versammlung folgte der Argumentation, das Verbot von lärmendem Feuerwerk wird in der Polizeiverordnung verankert.

Politisch ist die Sache soweit erledigt. Dennoch zeigt sich exemplarisch, wie sich die Menschen in Egg mit Engagement für ihre Anliegen einsetzen können. Zumindest dann, wenn ein Entscheid Auswirkungen auf das eigene Leben hat.

Denn kaum war das Traktandum erledigt, verabschiedete sich prompt ein beachtlicher Teil der Stimmberechtigten von der Versammlung. Ein Beispiel dafür, dass Politik viel mit persönlichen Interessen zu tun hat.

Und Egg befindet sich diesbezüglich in einer vielversprechenden Entwicklung. So stossen die anstehenden Kommunalwahlen auf beachtliches Interesse. Allein für die 6 Gemeinderatssitze stellen sich 9 Personen zur Wahl.

Inwiefern das auch Ausdruck von Unmut gegenüber dem aktuellen Gremium ist, darüber lässt sich spekulieren. Jedenfalls steuert Egg zurzeit in die richtige Richtung – mit einer gelebten Demokratie durch eine aktiv beteiligte Bevölkerung.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns