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Das Trauerspiel der Trauermücken

Das Leben einer Neo-Pflanzenmutter ist schwer, wenn sich auf einmal kleine schwarze Plagegeister ausbreiten.

Chloe gedeiht eigentlich prächtig. Doch es droht Ungemach. In ihrem Topf fühlen sich auch Trauermücken-Larven wohl.

Foto: Bettina Schnider

Das Trauerspiel der Trauermücken

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Das Leben einer Neo-Pflanzenmutter ist schwer, wenn sich auf einmal kleine schwarze Plagegeister ausbreiten.

Seit diesem Sommer bin ich stolze Besitzerin einer Monstera-Pflanze. Sie sei eine pflegeleichte Zimmerpflanze, haben mir alle gesagt. Das klang perfekt für mich.

Bisher gedeiht Chloe, ja ich habe ihr natürlich einen Namen gegeben, auch ganz prächtig. Und weil ich grosse Freude an ihr habe, habe ich mir sogar einen Sticker mit der Aufschrift «A proud plant parent» (zu Deutsch: Ein stolzer Pflanzen-Elternteil) für meinen Laptop gekauft.

Doch es droht Ungemach für Chloe und mich. Vergangene Woche sass ich völlig arglos auf meinem Sofa, als plötzlich ein kleines schwarzes Viech vor meinen Augen aufkreuzte.

Sofort dachte ich an «Fruchtfliegen» und stellte eine Falle mit Essig und Geschirrspülmittel auf. Aber am nächsten Tag fand ich darin keinen dieser Plagegeister. Ich war beruhigt.

Bis ich am Abend auf dem Sofa sass und auf einmal zahlreiche schwarze Dinger sah, die um meine Lampe schwirrten. Widerwillig machte ich mich auf die Suche nach weiteren Eindringlingen.

Und fündig wurde ich, Schreck oh Schreck, bei Chloe. Auf und neben ihrem Topf fand ich über ein Dutzend dieser schwarzen Flugobjekte. Fruchtfliegen in der Zimmerpflanze? Wohl eher nicht.

Eine Internetrecherche später wusste ich mehr. In der Erde von Chloe hatten sich Trauermücken eingenistet. Diese sind nicht nur lästig für das gemeinsame Zusammenleben – sie können auch der Pflanze schaden. Die Larven der Trauermücke mögen nämlich besonders gerne junge Wurzeln.

Ach, meine arme Chloe. Sofort mache ich mich im Internet auf die Suche nach Tipps. Und natürlich gibt es unzählige davon. So sollen Zündhölzer in der Erde helfen, dass die Larven absterben. Andere empfehlen den Einsatz von Nematoden, das sind Nützlinge, die die Larven fressen sollen.

Etwas überfordert melde ich mich bei meiner Mutter, einer passionierten Hobby-Gärtnerin. Ihr Tipp: Nicht lange fackeln und die Pflanze entsorgen.

Das war mir dann doch zu radikal. Und diese Niederlage wollte ich mir Neo-Zimmerpflanzen-Mutter nicht eingestehen. Ich probiere es jetzt mit Mittelchen aus dem Fachmarkt. Die Verkäuferin meinte: «Sie können es probieren.» Wirklich überzeugt klang sie dabei nicht.

Trotzdem hoffe ich jetzt, dass es ein Happy End für mich und Chloe gibt – und keines für die Trauermücken. Sonst muss ich dann ihretwegen meinen Laptop-Sticker anpassen: «Traurige, ehemalige Pflanzenmutter.»

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