Schade, musste es in Uster nach jahrelanger Planung so weit kommen
Wie sich Uster entwickeln soll, wird im Richtplan festgelegt. Dass dieser jetzt nach jahrelanger Planung festzustecken droht, stellt der Politik kein gutes Zeugnis aus, kommentiert der stellvertretende Chefredaktor.
Nunmehr bald neun Jahre: So lange wird in Uster schon am Projekt «Stadtraum 2035» geschraubt und gebastelt. Unzählige Fachplaner, Arbeitsgruppen, Echoräume investierten viele Stunden, um über das Uster der Zukunft zu sprechen. Dabei entstanden das Stadtentwicklungskonzept und ein alles in allem umfassender Richtplan von über 1000 Seiten.
Ausgewogen, balanciert, mit Kompromissen gemeinsam von rechts und links erarbeitet. Könnte man meinen nach so langer Zeit. Doch jetzt, auf den letzten Metern, greifen die Bürgerlichen zum Referendum, bringen die Zukunftsplanung zum Halt und ein Mammutwerk ins Wanken. Schade, musste es so weit kommen.
Wie kann es sein, dass nach so langer Zeit und nach Einbezug so vieler Akteure die gewählten Volksvertreter zu keinem aus ihrer Sicht akzeptablen Konsens gefunden haben? Ist der Richtplan wirklich so rot-grün dominiert, wie die Bürgerlichen finden?
«Wir alle wissen, wie schwammig ein Richtplan ist und dass die Ausarbeitung der konkret verbindlichen Bau- und Zonenordnung nochmals Knochenarbeit wird», sagte Anfang September die Ustermer Stadtplanerin Rita Newnam. Gestritten wurde also im Parlament noch nicht einmal um konkret verbindliche Vorgaben, vielmehr um Leitplanken.

