Wie ich diesen Sommer wieder zum Kind wurde
Tösswegs
Was hat mein inneres Kind mit Wasserrutschen, Rodeo und einer ziemlich klugen kleinen Kupplerin zu tun?
Kürzlich war ich im Alpamare. Körperlich und geistig irgendwo zwischen Chlornebel, Frittieröl, «Mami, lueg!»-Geschrei und einem gefährlich überfüllten Wellenbad. Die zehnjährige Tochter meines Partners hatte sich das gewünscht. Doch was dann passierte, hatte ich nicht kommen sehen: Ich wurde zum Alpamare-Tier.
Ich musste alle Rutschbahnen ausprobieren – wirklich alle. Auch die, bei der man erst durch einen gefühlten Looping der Schwerkraft trotzt, bevor man sich fragt, warum man sich die Zehen angeschlagen hat. Mein inneres Kind war nicht nur wach, es befand sich im absoluten Freudentaumel. Es quietschte, juchzte und rief: «Nomal, nomal!» Und ich so: «Klar, warum eigentlich nicht?»
Dabei wohnt in mir eigentlich auch ein anderer Typ Mensch. Der Ordnungshüter. Ich nenne ihn den inneren General oder auch Gargamel – ja, genau der grantige Zauberer von den Schlümpfen. Der mit dem schlechten Rücken und der noch schlechteren Laune. Derjenige, der zuständig ist dafür, dass kein Chaos ausbricht.

