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Wie ich diesen Sommer wieder zum Kind wurde

Was das innere Kind mit Wasserrutschen, Rodeo und einer ziemlich klugen kleinen Kupplerin zu tun hat.

Manchmal braucht es eine kleine Kupplerin, um sich wieder wie sieben zu fühlen.

Foto: Pixabay

Wie ich diesen Sommer wieder zum Kind wurde

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Was hat mein inneres Kind mit Wasserrutschen, Rodeo und einer ziemlich klugen kleinen Kupplerin zu tun?

Kürzlich war ich im Alpamare. Körperlich und geistig irgendwo zwischen Chlornebel, Frittieröl, «Mami, lueg!»-Geschrei und einem gefährlich überfüllten Wellenbad. Die zehnjährige Tochter meines Partners hatte sich das gewünscht. Doch was dann passierte, hatte ich nicht kommen sehen: Ich wurde zum Alpamare-Tier.

Ich musste alle Rutschbahnen ausprobieren – wirklich alle. Auch die, bei der man erst durch einen gefühlten Looping der Schwerkraft trotzt, bevor man sich fragt, warum man sich die Zehen angeschlagen hat. Mein inneres Kind war nicht nur wach, es befand sich im absoluten Freudentaumel. Es quietschte, juchzte und rief: «Nomal, nomal!» Und ich so: «Klar, warum eigentlich nicht?»

Dabei wohnt in mir eigentlich auch ein anderer Typ Mensch. Der Ordnungshüter. Ich nenne ihn den inneren General oder auch Gargamel – ja, genau der grantige Zauberer von den Schlümpfen. Der mit dem schlechten Rücken und der noch schlechteren Laune. Derjenige, der zuständig ist dafür, dass kein Chaos ausbricht.

Er sitzt mit verkniffenem Gesicht an einem Schreibtisch voller To-do-Listen und grummelt vor sich hin, Worte wie «Buchhaltung», «Struktur» und «Verantwortung». Ich spüre ihn manchmal, wenn ich zu viel Freude empfinde – oder den Steuerordner zu lange ignoriere.

Dann scheint der Spass wie vergessen. Aber irgendetwas – oder besser: irgendwer – hat diese verspielte Seite in mir wieder freigelegt. Mein neuer Partner und seine schlaue Tochter. Sie hat uns – sagen wir mal – nicht ganz unabsichtlich verkuppelt.

Als wir uns zu einem ersten Date trafen, wünschte sie ihm jedenfalls viel Glück. Das gestand er mir erst viel später, als es längst zwischen uns gefunkt hatte. Anscheinend tat sie das mit diesem typischen Teenager-Gleichmut, hinter dem sich oft viel mehr verbirgt. Klug genug, um zu spüren, dass ihr Vater mehr lachen könnte und da ein bisschen nachzuhelfen. Aber vielleicht wünschte sich die Tochter auch einfach eine neue Spielgefährtin?

Denn das bekam sie. Nach unserem Alpamare-Ausflug hatte ich die bahnbrechende Idee zum Wasserbett-Rodeo. Ich erklärte ihr: «Das geht ganz einfach – wer zuerst hinfällt, hat verloren.» Zehn Sekunden später standen die Tochter und ich auf dem Bett, gurgelnd, hüpfend, wie zwei schlechte Surferinnen bei hohem Wellengang. Bis mein Partner hereinkam, uns ansah wie ein Versicherungsberater mit Vorahnung, und sagte: «So macht ihr das Bett kaputt.»

Die Tochter und ich schauten uns an. Eindeutig ertappt. Ich fühlte mich wie sieben. Die Zehnjährige auch. Wir verdrehten die Augen und mussten das Lachen verkneifen. Das verband. Mein Partner hingegen musste den Polizisten spielen – der Arme.

Mit der Liebe kam auch mein inneres Kind zurück. Vielleicht braucht es genau das: ein bisschen Verknalltsein, ein bisschen Quatsch, eine Rutschbahn. Vielleicht ist Chaos gar kein Mangel an Ordnung. Vielleicht ist es der Moment kurz vor der Inspiration. Vielleicht braucht es nur jemanden, der einen daran erinnert, dass man auch mit 49 noch wild lachen – und ein Wasserbett als Rodeo-Arena begreifen kann.

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