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Mein genialer Plan für die Frauen-EM – zerstört durch den Flugmodus

Mit der diesjährigen EM stieg das Fussballfieber bei der Redaktorin. Doch in Ruhe einen Match schauen, war schwierig.

So hätte die Redaktorin gerne mitgefiebert. (Symbolbild)

Foto: Keystone

Mein genialer Plan für die Frauen-EM – zerstört durch den Flugmodus

Mit der diesjährigen EM stieg das Fussballfieber bei dieser Redaktorin. Doch in Ruhe einen Match zu schauen, war schwierig.

Vor nicht allzu langer Zeit habe ich im grossartigsten Team Fussball gespielt. Zugegeben: Ich bin nicht besonders gut. Bei den Sonntagsspielen genoss ich Bier und Schinken-Käse-Toast nach einem Match viel mehr als das Herumgerenne in der prallen Sonne – was nun wirklich nichts mit der Sonne zu tun hat.

Die Frauen-EM war daher die perfekte Gelegenheit, mein Fussballfieber auszuschwitzen. Ich freute mich sehr und wollte unsere Nati-Spielerinnen in jeder Sekunde ihrer Spiele unterstützen. Mit Bier und Schinken-Käse-Toast bei meinem Lieblings-Public-Viewing.

Mein Versprechen konnte ich jedoch nicht halten. Bei den Spielen gegen Norwegen und Island fieberte ich noch in voller Länge mit – sich frühzeitig beim Familientreff verabschieden zu können, ist eben eine Kunst.

Als die Schweiz jedoch auf Finnland traf, sass ich in einer Sitzung. Die Pflicht rief. An einem gewöhnlichen Tag wäre sie mir äusserst zügig erschienen. Doch es war kein gewöhnlicher Tag.

Im Anschluss stürmte ich wie von der Tarantel gestochen auf den Zug. An dieser Stelle einen herzlichen Dank an die Frau, die auf meinen Hilferuf die Tür aufdrückte. Ich schaffte es hechelnd, fast kotzend, gerade noch rechtzeitig auf meine Verbindung. So konnte ich die letzten 15 Minuten und 7 …, äh, ich meine, 8 Minuten Nachspielzeit mit meiner Freundin geniessen. Es war fantastisch.

Dann kam das alles entscheidende Spiel gegen die Spanierinnen. Dies hatte ich vor ein paar Wochen natürlich überhaupt nicht bedacht und einen Flug nach Portugal gebucht. Abflug um 21.20 Uhr. E-Mails, Gespräche mit dem Chatbot und Anrufe mit der Fluggesellschaft bestätigten nur, was ich bereits befürchtete. «Nenei, mir zeiged de Match nöd im Flüger.» Streamen kann man mit dem Wi-Fi nicht.

Ich organisierte mir deshalb einen Notfallservice: Mein Umfeld wollte mich per Nachrichten auf dem Laufenden halten. So einfach könnte ich das System überlisten, dachte ich hochmütig. Glücklicherweise hatte der Flieger Verspätung. 38 Minuten sah ich, wie wild die Schweizerinnen tschutteten.

Lange Rede, kurzer Sinn: Kurzstreckenflüge haben bei dieser Fluggesellschaft kein Wi-Fi. Sobald wir in der Luft waren, war für mich Funkstille. Mein durchdachter Plan hatte mir absolut gar nichts gebracht. Ich sass da, zwischen Wolken und Bordmagazinen. Hellwach und auch ein bisschen hässig. Auf mich.

Kurz vor der Landung knackte das Bordmikrofon. Der Pilot meldete sich, hiess uns in der neuen Stadt willkommen. «Und für alle Fussballfans, Spanien hat das Spiel mit zwei zu null gegen die Schweiz gewonnen.» Ein Stich ins Herz. Am Boden explodierte mein Handy förmlich von den etlichen Sprachnachrichten, Videos und Fotos.

Gleichzeitig war ich bei meinen Freundinnen, bei Sonne und Strand, angekommen. Lange konnte es mich sowieso nicht angurken. Und in zwei Jahren ist ja schon die WM.

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