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Jammern hilft gegen Hitze

Im Sommer einen kühlen Kopf bewahren, ist für Redaktorin Bettina Schnider eine Herausforderung. Doch als Hitze-Hasserin weiss sie sich zu helfen.

Glace ist ein Highlight im Sommer – wenn da nur nicht die Hitze wäre.

Foto: Unsplash

Jammern hilft gegen Hitze

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25 Grad sind meine Schmerzgrenze. Auf Temperaturen darüber könnte ich verzichten. Sobald es über 30 Grad heiss wird, würde ich mich am liebsten in einem Eisschrank verkriechen – oder einfach vor mich hin schmelzen.

Aber das nützt ja alles nichts. Auch ich muss mich mit hohen Temperaturen abfinden. In diesem Jahr stieg das Thermometer bereits einige Male über die 30-Grad-Marke. Solange die Nächte noch etwas kühl sind, ist das gerade noch so erträglich. Aber nur knapp.

Ich bin einfach nicht für den Sommer gemacht. Und mit dem Klimawandel muss ich mich künftig noch mit häufigeren und längeren Hitzewellen abfinden. Nur schon der Gedanke daran …

Da half es auch nicht, als ich Ende Mai die Langzeitprognosen für den Sommer in diversen Medien gelesen habe. Die Daten der amerikanischen National Oceanic and Atmospheric Administration (NOAA) und des European Centre for Medium-Range Weather Forecasts (ECMWF) deuten darauf hin, dass es im Sommer in der Schweiz überdurchschnittlich heiss wird. Ich hätte am liebsten gleich eine Klimaanlage bestellt oder Ferien in der Antarktis gebucht.

Aber nein, nachhaltig und ökologisch sinnvoll wären beide Optionen nicht. Also: kühlen Kopf bewahren.

Und so habe ich gemacht, was alle guten Millennials machen. Ich habe ChatGPT gefragt, wie ich mental mit der Hitze klarkommen kann. Da war mir sogar für einmal egal, dass KI-Tools richtige Energiefresser sind. Der Zweck heiligt ja bekanntlich die Mittel – und ich muss den erwarteten Hitzesommer ja irgendwie überstehen. Ein Notfall sozusagen.

Ein Tipp lautet unter anderem: «Akzeptanz kultivieren: Statt gegen die Hitze zu ‹kämpfen›, kannst du (so paradox es klingt) versuchen, sie als Teil des Sommers zu akzeptieren – wie einen Gast, der nervt, aber eh wieder geht.» Okay, Gastfreundschaft, habe verstanden.

Noch besser hat mir aber der letzte Vorschlag der künstlichen Intelligenz gefallen. «Mit anderen jammern: Im Ernst – sich auszutauschen ‹(Uff, mir ist’s auch zu viel›), kann Druck nehmen und manchmal sogar helfen, gemeinsam Strategien zu finden.»

Ich glaube nicht, dass ich mit diesem Text Strategien finden werde. Aber jammern, das kann ich. Und ich spüre, wie sich beim Schreiben die Aussentemperatur schon viel angenehmer anfühlt. Da brauche ich ja gar keine Klimaanlage mehr.

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