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Mein Sohn, die Spargeln und die kuschlige Glace

Für meinen Sohn würde ich alles tun. Auch Spargelsauce ohne Spargeln kochen. Wenn ich nur wüsste, wie.

Gehören Spargeln nun in eine Spargelsauce oder nicht? (Symbolbild)

Foto: Nicolas Zonvi

Mein Sohn, die Spargeln und die kuschlige Glace

Tösswegs

Für meinen Sohn würde ich alles tun. Auch Spargelsauce ohne Spargeln kochen. Wenn ich nur wüsste, wie.

«Spaghetti mit Spargelsauce!» Ich dachte, ich höre nicht richtig, als mein dreijähriger Sohn, der jeden Tag am liebsten Wienerli mit Wienerli essen würde, diesen eloquenten Wunsch für den Zmittag äusserte. Aber was Junior wünscht, soll Junior erhalten.

Etwas stutzig wurde ich allerdings, als wir uns im Laden der Gemüseabteilung näherten. «Nei, Mami, Spargelsauce ohni Spargle.» Hä? Da ich ein Donnerwetter befürchtete, sollte ich es tatsächlich wagen, Spargelsauce ohne Spargeln zu kochen, kaufte ich einen Bund.

Nächster Akt: Ich zauberte eine Rahmsauce mit Spargeln, Zitronen und Cherrytomätli, weil ich nach wie vor nicht aus meinem sonst so wortgewandten Sohn herausbrachte, was er wirklich wollte.

Natürlich war es nicht das, was er sich vorgestellt hatte. Schreiend und tränenüberströmt flüchtete er vom Tisch, nachdem ich seine geliebten Spaghetti mit der Spargelsauce «vergiftet» hatte.

Als ich am Abend meinem Mann von diesem Drama erzählte, meinte er in Sekundenschnelle, es sei doch klar, was Sohnemann gewollt habe: Sauce hollandaise.

Mein Kind, das mir Vorträge über den Unterschied von einem Pachycephalosaurus und einem Parasaurolophus halten kann und das mich belehrt, dass das auf der Baustelle «im Fall kein Bagger», sondern ein Radlader ist, konnte seine Spargelsauce ohne Spargeln nicht in Worte fassen.

Jä nu.

Unzählige Eltern werden mit mir mitfühlen können. Meistens sind solche Namensgebungen der Jungmannschaft ja kreativ-komisch statt nervig-dramatisch. So etwa, als mein Sohn zum ersten Mal vor einer Zuckerwatte stand. «Mami, ich will au sones kuschligs Glace!»

Oder als er mit ernstem Blick das Bügelbrett betrachtete und mir klar widerspiegelte, wie selten in unserem Haushalt gebügelt wird: «Mit dem Kajak bin ich no gar nie uf em See gfahre.»

Ach, werde ich diese Zeit vermissen, wenn er gross ist.  

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