Wir reiten die KI-Welle – wann bricht sie?
«KI goht z’wiit», schreibt mir letztens ein Freund auf Instagram. Als Kommentar zu einem Video. Es zeigt, in typischer Tiktok- oder Instagram-Reel-Manier, Szenen eines ausgelassenen Partyabends. Unterlegt ist der Clip mit dem nostalgischen 2000er-Hit «Geile Zeit» der Deutschpop-Gruppe Juli.
Der einzige Unterschied: Laut dem Video feiern hier nicht irgendwelche Leute, sondern vermeintlich die Mitglieder der gescheiterten Ampel-Regierung. Robert Habeck und Christian Lindner teilen sich Nachos, Olaf Scholz hält einen riesigen Beutel mit Cannabis in der Hand, Annalena Baerbock zieht an einer Shisha und pustet Rauchringe in die Luft. Alles zu absurd, um wahr zu sein?
Ja, schon. Dass die gezeigten Bilder nicht echt sein können, ist mir von Anfang an klar. Und doch verblüfft es mich, wie schwer KI-generierte Inhalte mittlerweile von echten zu unterscheiden sind. Konnte man ein KI-Bild vor wenigen Monaten noch anhand offensichtlicher Fehler entlarven, ist man heute ohne das nötige Wissen aufgeschmissen.
So lustig der Gag mit der an der Realität zerbrochenen Politiker-Freundesgruppe erscheint, so beunruhigend ist das, wenn man es erst einmal setzen lässt. Und das sage ich als jemand, der neuen Technologien offen begegnet.
KI aus meinem Leben zu löschen, hiesse, auf viel Komfort zu verzichten. Mit ChatGPT Rezepte zu generieren oder eine Reise zu planen, ist effizient, einfach und macht sogar Spass. Und die Suchmaschine Perplexity wirkt auf meine kindliche Neugierde wie ein gedoptes Wikipedia.

