S Späck-Bsteck z spat bstellt?
Eveline Rüegg, diplomierte Trauer- und Sterbebegleiterin.
Da liegt er, tot in seinem Sarg, und wird der ganzen Welt präsentiert. Sie stehen Schlange, um sich zu verabschieden, alle sprechen darüber. Von Scham oder Ignoranz keine Spur. Es ist selbstverständlich, dass über seinen Tod gesprochen wird.
Die Tränen darüber sind öffentlich, wir sind nicht allein damit, und das Teilen der Trauer ist etwas ganz Selbstverständliches. Das gemeinsame Trauern verbindet, und man kann, eingebettet in Gesellschaft, nicht in den unbekannten Tiefen darin ertrinken.
Und im Alltag, fernab von der Öffentlichkeit? Da verstecken wir uns hinter Einkaufsregalen oder wechseln die Strassenseite oder das Thema. Trauer fühlt sich schwer an, und über den Tod sprechen wollen wir nicht. Man weiss ja nicht, was man sagen soll. Das fördert die Isolation, wenn wir jemanden verloren haben, und macht die Zeit nach einem Verlust nicht einfacher.
Wir sollten päpstlich mit Todesfällen und der Trauer umgehen. Und das Späck-Bsteck noch rechtzeitig bestellen. Nicht nur in Spiez.

