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Meinung

Kommentar zur Ablehnung der Steuervorlage

Ein Weckruf für die Wirtschaftspolitik

Was nun passieren muss, um den Wirtschaftsstandort ohne Steuersenkung zu stärken.

Ein Weckruf für die Wirtschaftspolitik

Kommentar zur Ablehnung der Steuervorlage

Die Zürcher Stimmbevölkerung hat sich gegen eine weitere Senkung der Gewinnsteuer ausgesprochen. Was das nun bedeutet.

Das klare Nein, besonders ausgeprägt in Zürich und Winterthur, ist ein Einschnitt – nicht nur für den Regierungsrat, sondern auch für die bürgerlichen Parteien und die Wirtschaftsverbände. Das wirtschaftsliberale Lager, das die Vorlage mitgetragen und sachlich gut begründet hatte, ist mit seinem Anliegen gescheitert.
Augenfällig sind die kleineren Gemeinden auf dem Land. Viele stimmten vor neun Jahren noch für die erste Tranche einer Senkung der Gewinnsteuern für die Unternehmen. Und heute lehnten sie die Vorlage ab. Die Angst vor fehlendem Geld war stärker.

Diese Angst gab es auch vor der ersten Senkung der Unternehmenssteuern. Damals erwies sie sich als unbegründet – was vorwiegend der Wirtschaftsdynamik, dem Wachstum, dem Aufschwung zu verdanken war. Die unsichere Weltlage macht diese Zuversicht heute in der Tat schwer erklärbar – und die Befürworter blieben dies auch schuldig. Die teilweise polemische Argumentation der Gegner, die von 350 Millionen fehlenden Franken sprachen, von Hallenbädern und Schulen, die nicht mehr gebaut werden können, tat ein Übriges.

Der Schock sitzt tief. Es ist ein Schlag für die Wirtschaft und für den Wirtschaftsstandort Zürich. Aber von einem Titanic-Untergang, welche die Befürworter heraufbeschwören wollen, sind wir weit entfernt. Im Standortwettbewerb gegen die steuergünstigen Dumping-Kantone Schaffhausen, Thurgau und Aargau hat der Kanton Zürich viele Trümpfe auszuspielen. Ich denke an den Flughafen und die Verkehrsinfrastruktur. Diese muss Priorität haben, und zwar in allen Bereichen.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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