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Digitale Medien schaden kleinen Kindern

Was ist wichtiger: Das Smartphone oder das Kind? Eine Frage, der sich Eltern zugunsten ihres Nachwuchses stellen sollten, fordert «Tribüne»-Autorin Patricia Bernet.

Eltern, die immer wieder an digitalen Geräten «hängen», sind für ihre Kinder nur begrenzt erreichbar – und ihnen zudem ein schlechtes Vorbild.

Foto: PD/Pixabay

Digitale Medien schaden kleinen Kindern

«Tribüne»

Was ist wichtiger: das Smartphone oder das Kind? Eine Frage, der sich Eltern zugunsten ihres Nachwuchses stellen sollten, fordert «Tribüne»-Autorin Patricia Bernet.

Patricia Bernet

ist SP-Kantonsrätin und -Stadträtin von Uster

Eltern wünschen sich für ihr Kind Ansehen, Beliebtheit und gute Bildung. Viele Eltern leisten gute Erziehungsarbeit. Doch die weitverbreitete Smartphone-Nutzung von Eltern und kleinen Kindern gefährdet die Entwicklung der Kinder.

Beim Kindergarteneintritt zeigen immer mehr Kinder Sprach- und Entwicklungsverzögerungen oder -störungen. Sie haben Schwierigkeiten beim Spielen, Konzentrieren und bei der sozialen Interaktion. Manche beherrschen grundlegende motorische Fähigkeiten nicht.

Smartphones und Tablets spielen in der Erziehung eine problematische Rolle. Eltern, die ihre Geräte oft nutzen, sind für ihre Kinder emotional nicht erreichbar. Dies gefährdet die wichtige Eltern-Kind-Bindung, die für eine gesunde Entwicklung nötig ist. Kleine Kinder, die vor Geräte gesetzt werden, sind passiv, statt sich zu bewegen, zu kommunizieren und ihre Umgebung aktiv zu erkunden.

Für eine gesunde Entwicklung benötigen Kinder bis zum Alter von vier Jahren keine Bildschirmzeit. Sie brauchen elterliche Aufmerksamkeit sowie vielfältige Spiel- und Lernmöglichkeiten. Kinder lernen durch Interaktion mit anderen, besonders beim Spielen. Was sie brauchen, ist kostenlos: Liebe, Zuneigung, Aufmerksamkeit und die Möglichkeit, mit anderen Kindern zu spielen.

Die Forschung zeigt: Abstinenz ist die beste Prävention. Aus diesem Grund gilt: Je länger Kinder vor süchtig machenden digitalen Medien geschützt werden, desto besser können sie sich entwickeln und später angemessen damit umgehen.

Eltern sind Vorbilder. Wir brauchen deshalb eine neue Normalität in der Erziehung ohne ständige Smartphone-Nutzung. Eltern müssen sich und ihren Kindern medienfreie Zeit gönnen: Flugmodus ein, Smartphone weg. Eltern sollten sich fragen, was ihnen wichtiger ist: das Smartphone oder ihr Kind?

Ja, es ist schwierig. Denn auch wir Erwachsenen können uns kaum vor dem Smartphone-Sog schützen. Wir wollen nur kurz nachsehen, schnell etwas checken und nur für diese eine Aktion. Die Realität sieht leider anders aus – aus wenigen Minuten wird eine halbe Stunde oder mehr. Hilfreich ist es, sich mit anderen Eltern abzusprechen und sich auf eine minimale Medienzeit zu einigen.

Indem Eltern ihre Aufmerksamkeit auf ihre Kinder richten und eine medienfreie Umgebung schaffen, ermöglichen sie deren gesunde Entwicklung. Das hat jedes Kind verdient. Versuchen Sie es: Ohne Ablenkung Zeit mit den Kindern zu verbringen, bereitet grosse Freude.

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