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Wie nah am Volk sind die Bürgerlichen in Uster wirklich?

SVP, EDU und FDP wehren sich gegen ein Feuerwerksverbot in Uster. Ihre Argumentation ist abenteuerlich, findet der stv. Chefredaktor.

Feuerwerk am 1. August ist keine Tradition. Das findet der stellvertretende Chefredaktor.

Foto: Simon Grässle

Wie nah am Volk sind die Bürgerlichen in Uster wirklich?

Kommentar zum möglichen Feuerwerksverbot

SVP, EDU und FDP wehren sich gegen ein Feuerwerksverbot in Uster. Ihre Argumentation sei abenteuerlich, findet der stellvertretende Chefredaktor.

Bubikon, Hombrechtikon, Gossau und Dürnten haben es schon, viele in Uster wollen es: lärmendes Feuerwerk verbieten. Was woanders an Gemeindeversammlungen oder erstmals an der Urne durchkam, könnte in der grössten Stadt im Oberland das Parlament entscheiden.

Dieses politisiere jedoch immer wieder am Volk vorbei, sagen die Bürgerlichen. Mit ihrem abenteuerlichen Argument, dass Feuerwerk am 1. August, dem Schweizer Nationalfeiertag, eine grosse, lange Tradition sei, sind es jedoch genau sie, die das Volk nicht hören. Denn immer mehr stören sich am Lärm, am Abfall, am beeinträchtigten Tierwohl. Das zeigt auch der Umstand, dass in Bundesbern eine Volksinitiative zum Thema hängig ist.

Mit Feuerwerk der Vogelwelt, aber auch Haus-, Wild- und Nutztieren zu schaden, hat genauso wenig Tradition wie der 1. August selbst. So ist dieser historisch belegt kein Gründungstag und auch erst seit 30 Jahren überhaupt ein schweizweit arbeitsfreier Feiertag.

Wohl kaum frei haben die Bauern. Denn sie kümmern sich täglich um das Wohl ihrer Tiere. Nur, wo ist die ehemalige Bauernpartei, die SVP, die sich für ihre Landwirte starkmacht, deren Vieh unter der Knallerei leidet?

Es gelte, die «Relationen im Auge zu behalten», tönt es von der FDP. Schliesslich sei Feuerwerk ja nur an zwei Tagen erlaubt. Und überhaupt: «Feuerwerk löst bei vielen Menschen noch immer positive Gefühle wie Freude, Dankbarkeit und Stolz aus», sagte Marc Thalmann (FDP).

Wer nah am Stimmvolk ist und sich die emotionale Debatte sowie die bereits vier feuerwerksfreien Gemeinden anschaut, dürfte zu einem anderen Schluss kommen.

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