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Nicht mal die FDP war dafür

Die Fällander Bevölkerung hat sich gegen eine «Sunnetal AG» und gegen den Willen des Gemeinderats ausgesprochen. Dieser hätte sich das Wundenlecken vielleicht mit einer besseren Taktik ersparen können. Eine Einordnung.

Für die Bewohnerinnen und Bewohner des Alterszentrums Sunnetal bleibt nach dem Urnenentscheid alles wie bisher. Im Bild: Jubiläumsfeier im Alterszentrum vom vergangenen September.

Foto: PD

Nicht mal die FDP war dafür

Klares Verdikt in Fällanden

Die Fällander Bevölkerung hat sich gegen eine Sunnetal AG und gegen den Willen des Gemeinderats ausgesprochen. Dieser hätte sich das Wunden lecken vielleicht mit einer besseren Taktik ersparen können. Eine Einordnung.

In den meisten Zürcher Gemeinden geht eine Rechtsformänderung eines Altersheims zu einer Aktiengesellschaft (AG) schlank durch. Nicht so in Fällanden. Der Gemeinderat war nicht in der Lage, die Mehrheit der Ortsparteien auf seine Seite zu ziehen. Dass die SP den Schritt des Alterszentrums Sunnetal zur AG kritisch sieht, konnte erwartet werden.

Mit dem zusätzlichen Widerstand der SVP, die in Fällanden wählerstärkste Partei ist, war das Vorhaben aber zum Scheitern verdammt. Den endgültigen Todesstoss erlitt die Vorlage durch die Nein-Parole der FDP, die sich allerdings lange Zeit liess mit einer Positionierung. Damit war ausgerechnet die Partei gegen den Gemeinderat, die solche Vorhaben in der Regel begrüsst und ausserdem drei Mitglieder in der Fällander Exekutive stellt.

Dabei hätte es der Gemeinderat durchaus in der Hand gehabt, die Politik zu einen. Doch das einberufene Treffen mit den Parteivorständen fand erst im Herbst statt, zu dem Zeitpunkt war das Geschäft bereits ausgearbeitet.

Wie von Beteiligten zu hören ist, wurde vornehmlich informiert statt diskutiert. Auch wenn der Spielraum bei einer Ausgliederung des Sunnetals in eine AG nicht sonderlich gross ist, müsste es der Behörde zumindest gelingen, gewichtige Ortsparteien mit an Bord zu holen.

Negativbeispiel Spital Wetzikon

Doch selbstverständlich gaben nicht nur die Haltungen der Parteien den Ausschlag für die Ablehnung. An der Informationsveranstaltung und der Podiumsdiskussion konnten die Gemeinderäte kritische Fragen aus der Bevölkerung nicht zweifelsfrei beantworten. Immer wieder äusserten beispielsweise Fällanderinnen und Fällander ihre Skepsis gegenüber der Anschiebfinanzierung in Millionenhöhe.

Freilich kann die Schuld für dieses Misstrauen nicht allein dem Gemeinderat zugeschoben werden. Denn auch die Misere um das GZO Spital Wetzikon war mehrmals Teil des Diskurses. Auch wenn das finanziell in Schieflage geratene GZO nicht direkt vergleichbar ist, hat der Fall die Angst vor einem unumkehrbaren Kontrollverlust über eine wichtige Institution geschürt, der mit einer Umwandlung in eine AG einherginge. Am Ende überwog bei vielen wohl die Meinung: Wieso etwas am jetzigen Sunnetal ändern?

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