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Wie mich ein Dino-Forscher zu einem regionalen Highlight führte

Welche Geschichten haben die Redaktion in diesem Jahr bewegt? Wir gewähren Einblicke und blicken auf besondere Themen und Momente zurück. Heute: der T-Rex Trinity.

Es war gar nicht so einfach, vor dem T-Rex zu stehen und mir nicht vorzustellen, sofort gefressen zu werden.

Grafik: Jasmin Oberle, Foto: Simon Grässle

Wie mich ein Dino-Forscher zu einem regionalen Highlight führte

Persönlicher Jahresrückblick

Welche Geschichten haben die Redaktion in diesem Jahr bewegt? Wir gewähren Einblicke und blicken auf besondere Themen und Momente zurück. Heute: der T-Rex Trinity.

Das Jahr 2024 nähert sich dem Ende. Grund genug für diese Redaktion, auf die spannendsten Momente, packendsten Geschichten und interessantesten Menschen zurückzublicken. In persönlichen Einblicken erzählen Redaktorinnen und Redaktoren den ganzen Dezember lang von ihren High- und Lowlights. (zo)

Eigentlich begann mein Dinosaurierfieber vor einem Jahr in Guatemala. Ich war dort im Urlaub und traf in einer Werft per Zufall den gestrandeten Segler Nicolai Christiansen. Der Däne hatte mit seinem Boot auf einer Insel Schiffbruch erlitten. Er erzählte mir, dass er ausserdem Paläontologe sei und auch schon einmal für Siber in Aathal einen Dinosaurier aufgebaut habe.

Was für ein Zufall! Obwohl ich eigentlich Ferien hatte, fand ich diesen Abenteurer viel zu spannend, um ihn nicht zu porträtieren. Denn meist ist die erste Frage, die wir uns im Lokaljournalismus stellen: Hat das Thema etwas mit unserer Region zu tun? Viel zu oft ist die Antwort: nein.

Somit freute ich mich umso mehr über den lokalen Bezug zum Sauriermuseum im Aatal. Bei strömendem Tropenregen sass ich also in einem Café der Bootswerft und liess mir von dem Dinosaurierforscher alles über seine Freude an Urechsen, Fiberglas und ausgegrabenen Dinosaurierknochen erzählen.

Das eine führte zum anderen: Als ich wieder zu Hause für eine zusätzliche Information beim Sauriermuseum anrief, wurde mir ans Herz gelegt, doch zur Pressekonferenz zu kommen, wenn die Urechse Trinity dort ihre Premiere feiert. Dieses «Wunderwerk» wollte ich aus der Nähe betrachten.

Das Skelett hat eine dramatische Grösse: Mit 11,6 Metern Länge und 3,9 Metern Höhe gehört Trinity zu den imposantesten Objekten, die man je in einem Museum bestaunen konnte. Ihre Knochen sind 67 Millionen Jahre alt, und ihr Kopf ragt fast durch die Decke des Museums im Aatal.

Als ich mich vor die Urechse stellte, versuchte ich mir auszumalen, wie es sich anfühlen würde, wenn der echte Dinosaurier noch leben und zuerst leicht an mir schnuppern und dann ernsthaft nach mir schnappen würde. Ein unschönes Gefühl, gepaart mit belebendem Nervenkitzel.

Viel Zeit für weitere Fantastereien blieb mir aber nicht, denn der Text musste noch am selben Nachmittag fertig geschrieben werden.

Als der Paläontologe Christiansen den Artikel gegenlas, freute er sich. Und ich mich ebenso, denn so hatte ich nicht nur einen Dino-Profi am anderen Ende der Welt, sondern auch einen T-Rex direkt vor der eigenen Haustür kennengelernt.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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