Dank und echte Wertschätzung sind das schönste Geschenk
«Tribüne»
Weihnachten heisst: romantisch brennende Kerzen an einem Tannenbaum und Geschenke. Doch das grösste Geschenk wäre, einfach einmal für alles zu danken, was wir in der gut funktionierenden Schweiz haben, findet «Tribüne»-Autor Daniel Wäfler.
Nun stehen wieder die Festtage bevor; die Weihnachtsbeleuchtungen und die kommerzielle Weihnachtswerbung «beglücken» uns schon seit Wochen. Die Festtage sind wichtig für unsere Wirtschaft, sie sind aber auch eine wichtige Zeit für das Familienleben und die einzelnen Menschen. Es ist für viele keine einfache Zeit, da Erinnerungen an Vergangenes intensiver sind und gegenwärtige Konflikte mit der überzeichneten Harmonie im krassen Gegensatz stehen.
Eine besondere Zeit, bei der aber Liebe und kleine Zeichen der Wertschätzung vieles überwinden können, wenn man es auch zulässt. Dass vor 2000 Jahren ein Kind in der Krippe die eitlen Pläne der vermeintlich Mächtigen der Welt durcheinanderbrachte, ist damals wie heute eine starke Geschichte, die Hoffnung gibt.
Ich möchte an dieser Stelle nicht tiefer theologisch werden und auch nicht ein politisches Thema aufgreifen. Nein, ich möchte diese «Tribüne» einfach all jenen widmen, die auch an den Festtagen im Einsatz sind und dafür sorgen, dass alles funktioniert.
Wie froh kann man sein, wenn es vor Ort noch eine Metzgerei oder Bäckerei gibt, welche unsere Bestellungen rechtzeitig bereit machen und zum Erfolg der Familienfeste beitragen. Wenn es dann doch mal zu einem Problem mit der Haustechnik oder zu Schneefall kommt, dann sind die Pikettdienste zur Stelle und schauen, dass alles funktioniert. Kommt es noch schlimmer und es passiert etwas, dann sind die Blaulichtorganisationen parat, auch am Heiligabend. In den Ställen müssen die Tiere ebenfalls durchgehend gefüttert und betreut werden, was auch Anerkennung verdient.
Es geht dann noch weiter, wenn unentgeltliches Engagement zugunsten von Benachteiligten geleistet oder Vereinsamten geleistet wird. An dieser Stelle möchte ich einfach Danke sagen. Danke für das Handwerk, danke für die Dienste für unsere Sicherheit, Mobilität und Gesundheit. Danke auch für die kleinen Dinge zugunsten der Mitmenschen.
Der Blick in die Welt hinaus zeigt leider, dass es für viele nicht einmal mehr selbstverständlich ist, friedlich ein Fest feiern zu können. Damit wir es weiterhin mit unseren friedlichen Festen halten dürfen, hängt aber auch davon ab, wie wir politische Entscheidungen fällen und wie wir uns auf Krisen vorbereiten.
Und auch, wie wir künftig zu unseren Traditionen und uns selbst stehen. Doch dazu bei anderer Gelegenheit mehr. Nun geht es mir darum, die echte Wertschätzung für all Jene auszudrücken, die oft unsichtbar oder still zum Funktionieren unseres Lebens beitragen. Ich wünsche Ihnen schöne und besinnliche Festtage.
In der «Tribüne» äussern sich Oberländer Politikerinnen und Politiker, die auf lokaler, kantonaler und nationaler Ebene tätig sind, wöchentlich zu Themen aus Politik und Gesellschaft. Die darin wiedergegebene Meinung muss nicht mit derjenigen der Redaktion übereinstimmen.
