Eine Ode an die Grüninger Geselligkeit
Persönlicher Jahresrückblick
Welche Geschichten haben die Redaktion in diesem Jahr bewegt? Wir gewähren Einblicke und blicken auf besondere Themen und Momente zurück. Heute: Die Feste sind zum Feiern da.
Das Jahr 2024 nähert sich dem Ende. Grund genug für diese Redaktion, auf die spannendsten Momente, packendsten Geschichten und interessantesten Menschen zurückzublicken. In persönlichen Einblicken erzählen Redaktorinnen und Redaktoren den ganzen Dezember lang von ihren High- und Lowlights. (zo)
Und alle Jahre wieder lockt das verschlafene Stedtli Grüningen im April zum Frühlingsmarkt und im Oktober zum Landvogteimarkt in die schmalen Gassen der Gemeinde. Die traditionellen Märkte mit ihren über 150 Ständen waren schon vor meiner Zeit beim «Zürcher Oberländer» ein persönliches Highlight – denn wer einmal an einem Markt in der verwunschenen Gemeinde war, der weiss: Die Grüninger, die wissen, wie sie die Feste zu feiern haben.
Und so war es mir mehr als recht, dass ich die Gemeinde unter meine Fittiche nehmen durfte und damit auch für die Grüninger Märkte zuständig war. Voller Elan machte ich mich also nach knapp einem Monat als frischgebackene Oberländer Journalistin auf in die kleine Gemeinde, als der herbstliche Landvogteimarkt vor der Tür stand.
Etwas Nervosität spielte dann aber doch mit. Denn nicht wie sonst konnte ich einfach durch die Gassen schlendern und mir mit meinen Freunden ausgelassen bei einem, zwei oder drei Gläschen Wunderwasser die Zeit vertreiben. Ich war ja im Auftrag der Medien da und hatte damit Arbeit zu erledigen.
Und mit der Nervosität kamen Zweifel: Würden die Grüningerinnen und Grüninger denn genauso ausgelassen und gesellig sein, wenn ich ihnen eine Kamera ins Gesicht halte? Oder lassen sie mich als Journalistin links liegen und machen mir damit das Leben schwer?
Ein kleines Stück Heimat
Ich sprach also, teils etwas verunsichert, mit Standbetreibern, mit Alteingesessenen und weither Angereisten, mit Gemeindemitarbeitern und Jugendlichen. Und was soll ich sagen: Mein Einstand in der Gemeinde Grüningen sollte mit dem Markt einen besonderen Auftakt erhalten, denn die Anwesenden liessen sich von mir in spannende Gespräche verwickeln, zu Spässen verleiten und in ihrer besten Manier fotografieren – völlig unbeeindruckt von meiner Kamera und genauso gesellig wie sonst.
Mein Arbeitstag sollte in einem ausgelassenen Abend münden, an dem ich noch lange nach Redaktionsschluss den Markt genoss. Obschon der Artikel am nächsten Tag mit etwas schwummrigem Kopf geschrieben werden sollte, blickte ich auf ein Erlebnis zurück, das mich bis heute zu jedem Grüninger Markt ins Dorf treibt.
Denn die Herzlichkeit der Grüninger, die Freude der Marktbesucher, die Ausgelassenheit der Stimmung und der Charme der kleinen Gemeinde ziehen mich jedes Mal wieder in den Bann und zurück in die Gassen des sonst so verschlafenen Stedtli – egal, ob als Journalistin oder als Auswärtige, die in der Grüninger Geselligkeit ein kleines Stück Heimat gefunden hat.
