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Wieso bleibt beim GZO Spital Wetzikon alles so unklar?

Verwaltungsratspräsident und Aktionärsgemeinden sind in ihren Erklärungen schwammig. Das muss ein Ende haben.

Wann lichten sich die Nebel um das Spital Wetzikon, fragt sich der stv. Chefredaktor.

Foto: Simon Grässle

Wieso bleibt beim GZO Spital Wetzikon alles so unklar?

Kommentar zum Rücktrittsangebot

Verwaltungsratspräsident und Aktionärsgemeinden sind in vielen Erklärungen schwammig. Das Versteckspiel hinter Floskeln muss nun ein Ende haben – damit die Bevölkerung weiss, was Sache ist.

Seit 2009 ist er der starke Mann beim GZO Spital Wetzikon: Jörg Kündig. Der FDP-Politiker, Kantonsrat, Gossauer Gemeindepräsident und überhaupt, der Mann mit den unzähligen Hüten und Mandaten. An der Spitze des Verwaltungsrats prägte er das Oberländer Regionalspital. Damit ist jetzt Schluss. Kündig muss den Hut nehmen und bietet seinen Platz an.

Noch im Mai waren öffentliche Forderungen aus der links-grünen Wetziker Politik an ihm abgeprallt. Kündig sagte von sich: «Ich bleibe im Amt, solange es mich braucht, und setze mich mit aller Kraft für eine gute Lösung ein.»

Geht dem 64-Jährigen nun die Kraft aus? Via Kommunikationsstelle lässt er schriftlich ausrichten: Nein. Statt an einem solch wichtigen und einschneidenden Tag Rede und Antwort zu stehen, ist Kündig für Interviews nicht verfügbar. Fragen, warum gerade jetzt, werden mit Sätzen aus Medienmitteilungen beantwortet.

Haben die Besitzergemeinden Druck gemacht? Sie, die in den letzten Jahren den Verwaltungsrat und seinen Präsidenten immer wieder gewählt und seinen Rücken gestärkt haben? Auch hier heisst die Antwort: Nein. Und sie stammt vom Wetziker Stadtpräsidenten Pascal Bassu (SP). Der Sprecher der Aktionärsgemeinden spricht von einem laufenden Prozess, davon, wie sich Dinge ergeben haben. Er will keine Schuldzuweisungen machen, lässt aber zwischen den Zeilen durchblicken, dass es mit der aktuellen Crew keine Zukunft für das Spital und den wichtigen Spitalverbund gegeben hätte. Was eigentlich allen schon lange klar war – ausser den Verantwortlichen selber.

Die Bevölkerung, als Steuerzahlerin eigentliche Besitzerin des Spitals, wird sich ihre Gedanken machen. Das Verstecken hinter Floskeln dürfte sie beim kommenden Abstimmungskampf um eine Aktienkapitalerhöhung nicht goutieren. Wieso wurde jetzt reagiert und nicht früher? Wer hat hier welche Entscheide getroffen oder beeinflusst? Das Stimmvolk hat Antworten verdient. Und dass sich der herbstliche Nebel nicht nur über dem Oberland, sondern auch über dem GZO Spital Wetzikon endlich lichtet.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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