Mit einem Ja legen wir die Basis für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung
Leitartikel zur Nationalstrassenvorlage
Die Autobahn endet im Stau – zumindest für Wetzikon, wo der tägliche Verkehrsfluss längst mehr Blockade als Bewegung ist. Ein Ja am 24. November ist ein Bekenntnis für mehr Lebensqualität – auch im Oberland.
Kaum ein Mensch findet Strassen eine Bereicherung der Landschaft. Autobahnen schon gar nicht. Tunnels akzeptieren wir eher, weil das notwendige Übel des Verkehrs immerhin fernab der menschlichen Wahrnehmung, weg von Vögeln und Bäumen unter den Boden verbannt wird. Eine unterirdische Verkehrsführung eröffnet darüber aber neue Möglichkeiten: für Städte und Dörfer und die dort lebenden Menschen.
Die Abstimmung in zwei Wochen ist deshalb besonders wichtig, weil sie der Schweizer Bevölkerung ein Bekenntnis zur Realität abverlangt: Mehr Menschen bringen mehr Verkehr. Und mehr Verkehr braucht zeitgemässe Strasseninfrastrukturen, um überhaupt einigermassen fliessen zu können. Die Zahlen sind glasklar, und sie können auch von den Gegnern der Vorlage nicht ignoriert werden: In den vergangenen zehn Jahren haben sowohl die ständige Wohnbevölkerung der Schweiz als auch die effektive Anzahl Personenwagen deckungsgleich zugenommen. Um rund 10 Prozent. Zum Vergleich: Die Anzahl Lastwagen in der Schweiz ist in dieser Zeit um rund 3,6 Prozent gewachsen.
Es ist kein Luxusproblem, dass an einigen Orten in der Schweiz die Strassen den Verkehr nicht mehr fassen können. Die Zahl der Autos pro Kopf ist in den vergangenen zehn Jahren stabil geblieben. Sondern es ist ein Mengenproblem. Und das müssen wir akzeptieren.

