Wer verantwortet den «bedauerlichen Einzelfall» in Wetzikon?
Kommentar zur Falschbestattung
Die Bestattung einer leeren Urne in Wetzikon stellt das grundsätzliche Vertrauen in unsere Behörden infrage.
Weil die Urne mit der Asche des Verstorbenen fehlt, wird im Mai auf dem Friedhof Wetzikon kurzerhand eine leere Graburne vergraben. Da auf dem Gottesacker in Wetzikon einheitliche Urnen verwendet werden, fällt das nicht weiter auf.
Weder die Trauerfamilie noch der Pfarrer werden davon in Kenntnis gesetzt. Das ist ein handfester Skandal und ein Vertrauensbruch.
Salopp ausgedrückt, kommt aus diesem Leben keiner lebend raus. Umso wichtiger ist es, von seinen Liebsten Abschied nehmen zu können. Die Beerdigung ist für die Hinterbliebenen mehr als ein symbolischer Akt. Sie ist ein wichtiger Teil des Trauerprozesses.
> > Lesen Sie hier, was genau vorgefallen ist.
Stellen wir uns vor, dass ein Angehöriger stirbt und wir uns mit weiteren Trauernden auf dem Friedhof versammeln: Sind es wirklich die sterblichen Überreste unseres Vaters, unserer Mutter, unseres Freundes, die ins Grab gelassen werden? Können wir darauf vertrauen? Oder müssen wir damit rechnen, in diesen schweren Stunden auch noch angelogen zu werden?
Die Stadt Wetzikon spricht beim Akt der Pietätlosigkeit des Friedhofsteams und seines Chefs von einem «bedauerlichen Einzelfall». Der Chef hat seine Stelle übrigens im Mai angetreten. In dem Monat also, in dem der Vorfall passierte. Damit trägt er die Verantwortung für die Täuschung.
Eine externe Stelle soll den Vorfall nun untersuchen. Fragt sich, was diese Stelle herausfinden soll.
Will man die oder den tatsächlich Verantwortlichen eruieren? Will man allfällige weitere Missstände aufdecken? Oder will man lediglich herausfinden, wer von den involvierten Institutionen die brisante Information nach aussen getragen hat?
