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Familien wertschätzen und unterstützen

GP-Kantonsrätin Karin Fehr Thoma fordert vom Kanton Zürich mehr Unterstützung für Familien und einen besseren Zugang zur Kinderbetreuung.

Damit Kinder gut aufwachsen können, braucht es auch staatliche Unterstützung in mehreren Bereichen.

Foto: Pixabay/ZVG

Familien wertschätzen und unterstützen

«Tribüne»

Familien mit Kindern leisten tagtäglich einen grossen Einsatz. Das sollte der Staat unterstützen, findet GP-Kantonsrätin Karin Fehr Thoma.

Karin Fehr Thoma

Kantonsrätin GP, Uster

Vor etwas mehr als einem Jahr bin ich Grossmutter geworden. Seit August betreuen wir nun unseren Enkel einen Tag pro Woche. Es ist faszinierend zu sehen, mit welchem Eifer sich ein Kind seiner eigenen Entwicklung annimmt. Und wie seine persönlichen Neigungen und Interessen schon zu erkennen sind. Dass ich mir die Zeit und den Raum für die Begleitung unseres Enkels nehmen kann, erachte ich durchaus als Privileg.

Dabei wird mir auch stark bewusst, was und wie viel Familien tagtäglich leisten. Beim Beobachten der vielen Grosseltern auf den Spielplätzen kommt mir unweigerlich das Sprichwort «um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf» in den Sinn.

Dass Familien- und Kinderarmut auch im Kanton Zürich eine bittere Realität sind, macht mich deshalb sehr betroffen. Gemäss dem Schweizer Familienbarometer 2024 wird der finanzielle Druck auf Familien immer grösser. Für gut die Hälfte reicht das Einkommen nur knapp oder gar nicht. Kinder und Jugendliche sind die Altersgruppe, die am häufigsten auf Sozialhilfe angewiesen ist.

Armut bedeutet nicht nur über ein tiefes Einkommen zu verfügen, mit Konsumeinschränkungen konfrontiert zu sein oder sich unvorhergesehene Ausgaben nicht leisten zu können. Armutsbetroffene Menschen leiden auch unter einer vergleichsweise schlechten Gesundheit und fühlen sich häufiger einsam.

Unser Land tut sich seit jeher schwer mit einer angemessenen Familienpolitik: So investiert es deutlich weniger in familienfreundliche Rahmenbedingungen als andere europäische Länder. So will der Bundesrat aktuell die Förderung der familienergänzenden Kinderbetreuung wieder ganz den Kantonen überlassen.

Im Kanton Zürich weigert sich der Regierungsrat jedoch – trotz eines klaren Auftrags des Kantonsrats – dem Parlament eine entsprechende Vorlage zu überweisen. Dabei würde eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf und eine bezahlbare Kinderbetreuung den Eltern erleichtern, einer höherprozentigen Erwerbstätigkeit nachzugehen, mehr Einkommen zu erwirtschaften und die Familienarmut reduzieren.

Erfreulich ist, dass immer mehr Gemeinden den Nutzen einer Politik der frühen Kindheit erkennen. Denn Lernen beginnt ab Geburt. In den jungen Jahren werden die Grundsteine für die späteren Bildungs- und Berufslaufbahnen gelegt. Ich bleibe auch zuversichtlich, dass wir in naher Zukunft auf kantonaler Ebene etwas bewegen werden. Auch der Städteverband fordert, dass sich alle Staatsebenen für ein gelingendes Aufwachsen unserer Kinder engagieren.

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