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Liebe Aktionärsgemeinden des GZO, wo seid ihr – und was wollt ihr?

Nach wie vor ist unklar, wie hoch die Aktienkapitalerhöhung für die Aktionärsgemeinden des GZO ausfallen soll. Der stv. Chefredaktor fragt sich, warum niemand für «sein» Spital einstehen will.

Für den stv. Chefredaktor Erik Hasselberg setzen sich die Aktionärsgemeinden zu wenig für ihr Spital ein.

Foto: Simon Grässle

Liebe Aktionärsgemeinden des GZO, wo seid ihr – und was wollt ihr?

Kommentar zum Sanierungskonzept

Nach wie vor ist unklar, wie hoch die Aktienkapitalerhöhung für die Aktionärsgemeinden des GZO ausfallen soll. Der stv. Chefredaktor fragt sich, warum niemand für «sein» Spital einstehen will.

Ohne sie geht es nicht: Wetzikon, Rüti, Hinwil, Wald, Gossau, Dürnten, Bubikon, Bauma, Bäretswil, Grüningen, Fischenthal und Seegräben. Diesen zwölf Gemeinden aus dem Bezirk Hinwil gehört das GZO Spital Wetzikon. Ein Regionalspital, das in der Krise steckt und dringend gerettet werden will.

Am Freitag veröffentlicht das Spital sein Sanierungskonzept, das einen drastischen Schuldenschnitt vorsieht. Und eine Aktienkapitalerhöhung seiner Gemeinden. Während beim Schuldenschnitt zumindest ein Bereich von 65 bis 70 Prozent genannt wird, bleibt man bei der Aktienkapitalerhöhung extrem vage. Von einem Betrag im «mittleren, zweistelligen Millionenbetrag» ist die Rede.

Was das genau heisst, kann auch auf Anfrage niemand sagen. Dabei wäre es eminent wichtig, in diesen Tagen ein Zeichen zu setzen, sofern man das denn überhaupt will. Als grösster Aktionär, als Standortgemeinde: Für sein Spital, für seine wichtige Gesundheitsversorgung. Doch Wetzikon drückt sich weg. Etwas, das der zweiten Stadt mit einem Spital vor einem Jahr nicht in den Sinn gekommen ist.

Das Spital Uster gibt im April 2023 bekannt, dass es aufgrund von Abschreibungen – wegen des vor Bundesgericht gestoppten Plänen zum Neubau – einen Verlust von 5,2 Millionen Franken schreibt. Deshalb braucht es eine Aktienkapitalerhöhung. Und noch am selben Tag signalisiert der Stadtrat Uster nicht nur seine Bereitschaft, in die Bresche zu springen. Sondern hält klipp und klar fest: «Wir sind bereit, uns mit bis zu 20 Millionen Franken zu beteiligen.»

Wenn es darum geht, transparent zu informieren, ein Spital zu sanieren und auf Vordermann zu bringen, dann lohnt es sich, durchs Aatal nach Uster zu schauen. Nicht erst, wenn es um die Frage nach einem Verbund geht. Sondern schon jetzt, um zu lernen, wie man seine Bürgerinnen und Bürger, seine Nachbargemeinden auf die Reise nimmt, damit es von allen heisst: «Komm, wir schaffen das.»

Nur, liebe Aktionärsgemeinden des GZO, wollt ihr überhaupt? Dann wäre nämlich spätestens jetzt der Zeitpunkt gekommen, das zu beweisen. Mit klaren Ansagen, deutlichen Zahlen. Schluss mit dem Versteckspiel hinter Floskeln.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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