Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Meinung

Mein Tanz mit den Spinnen

Eigentlich mag ich Spinnen, doch irgendwann reicht es mit den Eindringlingen. (Symbolbild)

Foto: Pixabay

Mein Tanz mit den Spinnen

Tösswegs

Es begann als eine harmonische Koexistenz. Spinnen waren für mich stets faszinierende Geschöpfe. Ich fand sie elegant, bewunderte ihre Netze, und es gefällt mir, wie ein so kleines Wesen Angst und Schrecken verbreiten kann. Seit Jahren sind sie auch konstante Begleiterinnen und besetzen meine Wohnung.

Gloria, die grösste Spinne, die ich je aufnahm, war fast schon ein Haustier – sie lebte lange und ungestört in einer Ecke meiner kleinen Wohnung. Doch meine Gastfreundschaft war der Anfang einer Invasion.

Plötzlich wimmelte es in meiner Bude von Spinnen, als hätten sie eine Airbnb-Anzeige geschaltet: «Gemütliche Wohnung im Hochparterre, ideal für achtbeinige Gäste, Netzwerk inklusive.»

Ich versuchte zunächst, diplomatisch zu bleiben. Umsiedlungsprogramme zu den Zimmerpflanzen waren meine erste Strategie. Doch die Spinnen ignorierten meine gut gemeinten Vorschläge wie Teenager diejenigen ihrer Eltern.

Als Nächstes griff ich zur Universalwaffe gegen Insekten: Lavendel. Doch statt zu fliehen, schienen die Spinnen das Aroma als Einladung zu einer Wellness-Oase zu verstehen.

In meiner Verzweiflung wurde ich zur Staubsauger-Kriegerin, täglich auf Patrouille. Hatte ich keinen Staubsauger an der Seite, zerschmetterte ich sie mit der flachen Hand. Doch das schlechte Gewissen nagte an mir wie eine Spinne an einer saftigen Fliege.

Am Rande des Wahnsinns entdeckte ich die ultimative Geheimwaffe: Pfefferminze. Anscheinend mögen Spinnen keine Minze. Vielleicht erinnert es sie zu sehr an Zahnpasta.

Nun hängen in jeder Ecke meiner Wohnung Minzbüschel wie grüne Siegesfahnen. Statt in Spinnennetzen lebe ich jetzt in einem gigantischen Mojito. Ich bin mir noch nicht sicher, ob das wirklich besser ist.

Inmitten dieser kleinen Revolution bleibt meine Wertschätzung für die Kreaturen bestehen, denn sie verdienen Respekt – auch wenn sie manchmal zu zahlreich erscheinen.

Mein Kampf gegen die Spinnen ist weniger ein Krieg als vielmehr ein Versuch, meinem eigenen Wirken Grenzen zu setzen und gleichzeitig den Zauber dieser kleinen Wunder zu bewahren.

Und wer weiss, vielleicht kommen die Spinnen ja eines Tages zurück, mit Zahnbürsten bewaffnet, bereit für den Gegenangriff.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns