Alles eine Frage der Identität – oder doch des Geldes?
Analyse zur Grenzfrage in Uster
Nänikon und Werrikon wollen sich von Uster abspalten, die Stadt sieht in einer möglichen Fusion mit Greifensee jedoch mehr Vorteile. Wie wird das Volk entscheiden?
Was tun, wenn Emotionalität auf Rationalität prallt? Wenn zwei Ebenen der Argumentation aufeinandertreffen, man einander einfach nicht verstehen kann, vielleicht auch nicht verstehen will?
So wirkt es, wenn man sich die momentane Situation der Ustermer Aussenwachten Nänikon und Werrikon und der Beziehung zur Stadt Uster anschaut. Erstere wollen sich abspalten: Sie fühlen sich der Stadt nicht mehr zugehörig, liebäugeln mit einer Ehe mit Greifensee. Letztere sieht in der möglichen Scheidung vor allem finanzielle Nachteile für die gesamtstädtische Bevölkerung. Von einem jährlichen Defizit in Höhe von drei Millionen Franken ist im Parlament die Rede.
Die Meinungen und Positionen sind schon längst vor dieser letzten Parlamentssitzung vor der Sommerpause gemacht, für die überraschend viele Zuschauer in den Gemeinderatssaal gepilgert sind – und das sicher nicht, um der Genehmigung von Geschäftsberichten und Jahresrechnungen der Stadt und der Sekundarstufe beizuwohnen.

