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Unzählige Gemeinden machten viel Wind um nichts

Jetzt ist klar: An drei Orten im Oberland könnten Windräder stehen. Dass vor dem Entscheid viele zu panisch agierten, findet der stv. Chefredaktor.

Foto: Dominique Meienberg/PD

Unzählige Gemeinden machten viel Wind um nichts

Kommentar zu Eignungsgebieten

Jetzt ist klar: An drei Orten im Oberland könnten dereinst Windräder stehen. Dass vor dem Entscheid des Kantons viele zu panisch agierten, findet der stellvertretende Chefredaktor.

Zu gross, zu mächtig, zu viele: Die Angst vor den rotierenden weissen Riesen – den Windrädern – grassierte in unzähligen Gemeinden im Oberland. Seit Oktober 2022 wurden Steuergelder für Informationsveranstaltungen, Podiumsgespräche und Experten ausgegeben. Der Widerstand vom Bachtel bis zum Pfannenstiel tobte wie ein Orkan – der jetzt zu einem lauen Lüftchen mutiert.

Statt die tiefgründige Prüfung des Kantons abzuwarten, liessen es sich zahlreiche Gemeinden und ihre Bevölkerung nicht nehmen, voreilig in sowieso nicht gesetzeskonformen Entscheiden Mindestabstände zu möglichen Windrädern festzulegen, um diese komplett vom Gemeindegebiet zu verbannen. Populismus pur.

Doch jetzt, nach anderthalb Jahren Evaluation, als der Kanton seine Pläne für mögliche Windpotenzialgebiete erstmals präsentierte, ist klar, aus 16 werden 3.

16 Potenzialgebiete lagen im Oberland. Nach einer Prüfung von Schutzansprüchen und Luftverkehrseinflüssen bleiben drei Eignungsgebiete. Für gerade einmal sechs Windräder von 220 Metern Höhe. Und ob hier dann auch allerdings wirklich einmal Windturbinen nachhaltigen Strom produzieren, bleibt immer noch ungewiss. Denn ein Eintrag im Richtplan ist nur ein Planungsschritt.

Gar nicht erst planen wollten viele Oberländerinnen und Oberländer. Dass ihr bockiges und stures Verhalten jedoch nichts zum Entscheid des Kantons, die Potenzialgebiete zu reduzieren, beigetragen hat, dürften viele nicht glauben. Zu sehr ist Regierungsrat und Baudirektor Martin Neukom (Grüne) mit seinen Plänen zum Feindbild verkommen. Doch der hält fest: Der Entscheid war kein politischer, sondern fiel nach sachlichen Kriterien.

Deshalb tun die Gemeinden gut daran, jetzt sachlich in die Vernehmlassung zu gehen. Und nicht einfach weiter viel heisse Luft oder viel Wind um nichts zu produzieren. Das hilft allen – beim Schonen der Nerven und beim Sparen von Geld und Energie.

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Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

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