Pfäffikon sendet ein gefährliches Signal
Kommentar zur Causa Schule Obermatt
Im Fall rund um den Abgang des homosexuellen Primarlehrers sieht die Schulpflege Pfäffikon die Trennung als einzige Lösung aus einer festgefahrenen Situation. Warum das nicht sein darf.
Die Schulpflege Pfäffikon hat geliefert. Und das nicht zu knapp. Im Bemühen, die oft genannten Verfahrensfehler beim Abgang des homosexuellen Primarlehrers an der Schule Obermatt zu erklären, hat sie löblicherweise die Karten auf den Tisch gelegt – allerdings erst unter grossem öffentlichem und politischem Druck.
Es sind dabei interessante neue Details ans Licht gekommen, die zeigen, wie verfahren die Situation war und unter welch grossem Druck die Schule gestanden ist. Und doch zerstreut keines davon den Eindruck, dass hier Unrecht geschehen ist.
Fakt ist, dass die Schulpflege die Trennung vom Lehrer auch heute noch als einzige Lösung sieht, obschon sie gleichzeitig noch einmal betont, dass man ihm bezüglich seines Unterrichts nichts vorzuwerfen hat. Das nährt den Verdacht, dass man den bequemsten Ausweg gesucht hat, um die Situation zu entschärfen.
Besteht denn die Aufgabe einer Schulführung nicht genau darin, mit unhaltbaren Forderungen und querulantem Verhalten von Eltern umzugehen, ohne dass eine Lehrperson weichen muss, die ihren Job im Klassenzimmer korrekt erledigt hat?
Ganz unabhängig davon, wer welchen Verfahrensfehler begangen hat: Der Entscheid, den der Leiter Bildung und die Schulleiterin getroffen haben, löst das Problem nicht, sondern verschärft es sogar.
Er sendet nämlich ein gefährliches Signal aus. Wenn eine radikale Minderheit nur laut genug schreit, wird sie jede Lehrperson los, die ihr aus irgendeinem Grund nicht genehm erscheint – zum Beispiel, weil sie homosexuell ist.
Man muss sich deshalb ernsthaft fragen, ob die richtigen Köpfe gerollt sind.
