Wieso brauchte es diesen massiven Druck?
Kommentar zum Rücktritt des Schulpräsidenten
Hanspeter Hugentobler tritt von seinem Amt zurück, spricht von Belastung und medialer Kampagne. Wie nötig die Berichterstattung und der öffentliche Druck waren und immer noch sind, beweist er selbst.
Der Ruf nach seinem Rücktritt sei «populistisch», sagte Hanspeter Hugentobler noch vor Kurzem. Gleichzeitig räumte er ein, dass damit «wohl schnell Ruhe einkehren würde». Das allein zeigt schon deutlich, wie es um die Einsicht und das Verständnis von Verantwortung steht. Die Ausrede, man wolle eine «nachhaltige Lösung schaffen und aus den Geschehnissen lernen», spricht Bände, denn bisher wurde alles dafür getan, das bereits stark beschädigte Vertrauen der Öffentlichkeit komplett und unwiederbringlich zu verlieren.
Der Fall des Lehrers, der von der Schulpflege auf perfide Weise fallen gelassen worden war, kam nur wegen unserer Recherchen überhaupt ans Licht. Vorher hat die Schulpflege alles dafür getan, die Sache unter Verschluss zu halten – einschliesslich «Schweigegeld» an den Lehrer und Maulkörben für die anderen Lehrerinnen und Lehrer im Schulhaus. Nie hat sich die Schulführung hinterfragt, nicht einmal, als die ganze Sache aufgeflogen war. Es brauchte massiven Druck, bis Hanspeter Hugentobler schliesslich zugab, dass nicht «alles korrekt» verlaufen sei.
Und jetzt wieder: Den Eltern ist es zu verdanken, dass Hugentobler nun Einsicht zeigt und den Platz räumt. Wie hätten die Eltern und ihre Kinder je wieder Vertrauen in die Schule fassen können, wenn nicht einmal ein so gravierendes Fehlverhalten Konsequenzen hätte? Ihr offener Brief strotzt vor Wut und Unverständnis, und das ist mehr als nur verständlich. Wenigstens hat er genützt. Der Brief war der Tropfen, den es noch zur Einsicht gebraucht hat, dass es mit Hanspeter Hugentobler einfach nicht mehr geht. Sehr bedenklich ist es, dass es so massiven Druck gebraucht hat. Woher die Einsicht kam, bleibt im Dunkeln. Es ist zu hoffen, dass der Druck auch aus der Schulführung selbst gekommen ist.
Jetzt ist der Weg endlich offen für eine komplette, neutrale und transparente Aufarbeitung der Vorfälle einerseits, aber auch dafür, das Thema Verantwortung im Gremium neu zu denken. Das heisst insbesondere, keine Untersuchung, die von Internen geleitet wird, und kein externes Büro, das befangen ist, sprich, bereits früher im Auftragsverhältnis für die Schule gearbeitet hat. Zwei Punkte, bei denen man sich ohnehin an den Kopf greift und sich fragt: Wer um Himmels willen kommt auf eine solche Idee?
Die Eltern, die Kinder, aber auch die Lehrpersonen müssen sich wieder sicher und aufgehoben fühlen. Das wird ein hartes Stück Arbeit werden. Die Schule Pfäffikon ist nicht mehr die, die sie einmal war. Hoffentlich dereinst auch im positiven Sinn. Das hat nun die neue Schulführung in der Hand. Die Öffentlichkeit wird jetzt aber genau hinschauen und sich nicht mehr mit Floskeln abspeisen lassen.
