Trampelnde Elefanten
Truur-Eggä
Was tun, wenn sich Trauer anfühlt wie ein schwerer Elefant, der auf der Brust sitzt? In ihrer Kolumne beschreibt die diplomierte Trauer- und Sterbebegleiterin Eveline Rüegg, warum wir ihn nicht ignorieren sollten.
Nach einem Todesfall sprechen viele Trauernde über den Elefanten auf der Brust. Der Druck sei unangenehm, einengend, beängstigend. Der Elefant symbolisiert die Schwere, die wir fühlen, und zeigt sich tatsächlich als körperliches Symptom.
Geben wir diesem Gefühl keine Erlaubnis, muss er stärker trampeln und tröten, damit wir endlich auf ihn aufmerksam werden. Sobald wir dem Gefühl Raum geben, weinen, toben oder reden, kann er davonziehen und uns wieder leichter fühlen lassen.
Er taucht dann ab und an wieder auf, wenn wir in Situationen sind, die uns traurig stimmen. Momente, in denen der Verlust wieder voll präsent ist, das Gefühl dazu aber noch keinen Weg an die Oberfläche gefunden hat.
Es ist also sehr hilfreich, sich nicht auf das körperliche Symptom zu versteifen, sondern dem Tröten des Elefanten genau zuzuhören. So, wie man manchmal fragt: «Was macht dir Buuchweh?» – und damit gar nicht die körperlichen Beschwerden meint, sondern eine Situation, die schlichtweg «zum Kotzen» ist.
Eveline Rüegg ist diplomierte Trauer- und Sterbebegleiterin. Sie betreibt in Rikon ihre Praxis bambälälaa (www.bambälälaa.ch). In ihrer Kolumne «Truur-Eggä» will sie dem Thema Trauer Platz geben. Wer sich direkt mit ihr austauschen möchte, erreicht sie unter Telefon 076 559 96 26.

