Die Stadt Uster will ihre Dörfer nicht verstehen
Kommentar zu Fusionsplänen
Nänikon und Werrikon wollen zu Greifensee, doch das wiederum will die Stadt Uster nicht. Der stellvertretende Chefredaktor kommentiert das Verhalten der Grossstadt, die mit ihren Argumenten überrascht.
Uster, Zentrum und Metropole des Oberlands. So sieht sich die Stadt am Greifensee bisweilen. Und die Zahlen geben ihr ja recht: Über 36’000 Einwohner, Tendenz steigend, die grösste Stadt im Oberland, gar die drittgrösste des Kantons – hinter Zürich und Winterthur. Jetzt will die Stadt gar noch grösser werden – aus Angst, ihren Status zu verlieren.
Denn das würde aus Sicht der Stadt passieren, würde man das Anliegen der Näniker und der Werriker prüfen, sich Greifensee anzuschliessen. Vor einem Jahr informierte das Komitee Pro 8606, mittels einer Volksinitiative den Anschluss der Ustermer Aussenwachten an Greifensee prüfen zu lassen. Mit diesem Wechsel sollte dem gemeinsamen soziokulturellen Raum auch politisch Rechnung getragen werden. Abgestützt, mit über 900 Unterschriften, zogen die Initianten nach Uster. Offen und bereit zum Dialog – den die Stadt gar nicht erst sucht.
Statt die menschliche Seite zu sehen, geht es der rot-grün dominierten Regierung vor allem um wirtschaftliche Aspekte: Verlust von Arbeitsplätzen, Verlust von jährlichen Steuereinnahmen in Höhe von bis zu 13 Millionen Franken.

