Über Poulet-Preise und Klimaaktivisten
Tösswegs
«Gibt es das in der Schweiz auch?», fragte mich meine Cousine, obwohl sie die Antwort dazu sicher erahnen konnte. Bereits 15 Tage dauerte die nationale Blockade in Bolivien an und brachte die Wirtschaft im Land zum Stillstehen. Der Poulet-Preis war um mindestens zwei Pesos gestiegen.
An 24 Knotenpunkten wurden Autobahnen gesperrt, sodass wichtige Handelswege, wie etwa von Santa Cruz nach La Paz, nicht mehr befahren werden konnten. Mit Bauschutt, Stacheldraht, Steinen und Baumstämmen hinderten Mitglieder der sozialistischen Partei das Passieren, so dass etliche Lkw-Fahrende mit ihrer Ware irgendwo auf halber Strecke strandeten.
Wir sassen seit zwei Tagen im Auto für eine Fahrt, die eigentlich bloss 14 Stunden dauern sollte. Es hiess nämlich, dass die Blockaden aufgehoben werden würden. Wir sind darauf hereingefallen.
Die Fahrt verlief stockend. Einige Blockierungen wurden tatsächlich aufgelöst, während man bei anderen lange warten musste. Es blieb uns also nichts anderes übrig, die Zeit auszuharren und zu hoffen, dass die Strassen bald wieder freigegeben werden. Ich übte mich in Geduld – das wollte ich sowieso schon immer mal.
