Bezirk Hinwil

Bezirk Pfäffikon

Bezirk Uster

Tösstal

Themen

Specials

Services

ZO Portale

Abo

Meinung

The same procedure as every year?

Der Satz aus dem Kult-Sketch «Dinner for One» trifft auch auf unsere Neujahrsvorsätze zu. Redaktor Noah Salvetti hat da einen Gegenvorschlag.

Vielleicht darf das Blatt mit den Neujahrsvorsätzen für einmal leer bleiben. Wie wäre es stattdessen mit einer Challenge?

Foto: Unsplash/Kelly Sikkema

The same procedure as every year?

Tösswegs

Wer kennt ihn nicht, den uralten Sketch «Dinner for One», von dem wir uns an jedem Altjahrabend aufs Neue berieseln lassen dürfen?

Für mich ist es jeweils Pflicht, meine Silvesterfeierlichkeiten zu unterbrechen und mich für 18 grandiose Minuten dem seichten Humor hinzugeben.

Bei mir also «the same procedure as every year», um es in den Worten des Butlers James, der die Hauptrolle in dem Klassiker mimt, auszudrücken. Mit diesem Satz lassen sich aber auch weitere Rituale, die wir pflegen, beschreiben.

Da wären etwa die immer gleichen Neujahrsvorsätze: mehr Sport, gesünder essen, mehr Geld sparen. Dass wir die Ziele nur selten erreichen oder schlichtweg vergessen, den Fortschritt zu messen, ist vielfach vorprogrammiert.

Oft scheitert das Sich-neu-Erfinden schon daran, dass die Vorsätze zu wenig konkret und die Ambitionen zu gross sind. Oder daran, dass wir kaum Verbindlichkeiten schaffen (auch wenn ich bestätigen kann, dass es durchaus möglich ist, dem Fitnessstudio monatelang fernzubleiben, obwohl man schon fürs ganze Jahr bezahlt hat).

Ob das der Grund ist, dass auf Social Media gefeierte Monatschallenges den klassischen Vorsätzen allmählich den Rang ablaufen? Kampagnen wie der Veganuary (sich den Januar über vegan ernähren) oder der Dry January (einen Monat lang auf Alkohol verzichten) erfreuen sich nämlich immer grösserer Beliebtheit.

Ich halte solche Experimente für einen spannenden Gegenentwurf zu Vorsätzen, die oft nur Frustration schaffen. Und das vor allem aus einem Grund: Sie sind befristet – das Übel ist also nach 30 Tagen wieder zu Ende. Und wenn es nicht schlimm war, umso besser.

Es muss ja keine der aufwendig beworbenen Challenges sein. Warum nicht etwas Persönliches versuchen: Einen Monat lang jeden Tag einen Film schauen? 30 Tage Tagebuch führen? Einen Monat lang nichts Neues kaufen oder täglich frisch kochen?

Und wenn auch das nicht klappt, denken Sie daran: Selbst «Dinner for One» hat probiert, sich neu zu erfinden. Die Farbfilmversion entpuppte sich als Flop, und aus der Idee, aus dem Klassiker eine Serie zu machen, ist bisher nichts geworden. Manche Dinge müssen sich vielleicht gar nicht verändern.

Abo

Möchten Sie weiterlesen?

Liebe Leserin, lieber Leser

Nichts ist gratis im Leben, auch nicht Qualitätsjournalismus aus der Region. Wir liefern Ihnen Tag für Tag relevante Informationen aus Ihrer Region, wir wollen Ihnen die vielen Facetten des Alltagslebens zeigen und wir versuchen, Zusammenhänge und gesellschaftliche Probleme zu beleuchten. Sie können unsere Arbeit unterstützen mit einem Kauf unserer Abos. Vielen Dank!

Ihr Michael Kaspar, Chefredaktor

Sie sind bereits Abonnent? Dann melden Sie sich hier an

Digital-Abo

Mit dem Digital-Abo profitieren Sie von vielen Vorteilen und können die Inhalte auf zueriost.ch uneingeschränkt nutzen.

Sind Sie bereits angemeldet und sehen trotzdem nicht den gesamten Artikel?

Dann lösen Sie hier ein aktuelles Abo.

Fehler gefunden?

Jetzt melden.

Kontakt

Inserieren

Abo

Services

Über uns