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Die Millionenbürde wiegt zu schwer

Beim Entscheid gegen den Fällander Gemeindehaus-Neubau hat das Schweizer Totschlagargument Nummer eins gezogen: Zu teuer!

Die Kosten waren beim Entscheid gegen den Neubau ein gewichtiges Argument.

Foto: Christian Merz

Die Millionenbürde wiegt zu schwer

Sanierung statt Neubau

Man könnte sagen, dass die Fällanderinnen und Fällander mit dem Ja für die Sanierung ihre Liebesbekundung für ihr Gemeindehaus in die Urne gelegt haben. Ein Fürwort für den Erhalt eines wichtigen Zeugen des Brutalismus der Bauboomjahre. Eine romantische Vorstellung, die allerdings zu kurz greift.

Denn aus dem Lager der breit gefächerten Neubau-Opposition waren mehrheitlich andere Stimmen zu hören. Äusserst skeptisch wurden die Pläne zur Unterbringung eines Grossverteilers beurteilt. Denn damit würde der Verkehr im Dorfzentrum massiv zunehmen, so die Befürchtung.

Insbesondere mauserten sich die Kosten zu einem gewichtigen Gegenargument. Während eine Sanierung mit 14 Millionen Franken zu Buche schlägt, rechneten die Verantwortlich für den Neubau mit 33 Millionen Franken. Dass der Gemeinderat an einer Infoveranstaltung zusätzlich den Investitionsbedarf in die Schulanlagen in Pfaffhausen und Benglen von fast 100 Millionen Franken zum Thema machte, ist zwar löblich, hat den Gegnern aber zusätzlich Munition geliefert.

Heimatschutz als Spielverderber

Nicht zuletzt dürfte auch die Intervention des Zürcher Heimatschutzes eine Rolle gespielt haben. Dieser drohte im Fall eines Abbruchsentscheids mit einem Rekurs, was zu einer langen Verzögerung der Bauarbeiten hätte führen können.

Letztlich fehlten dem Gemeinderat die Argumente, die der Bevölkerung wichtig sind, um sie für einen Neubau umzustimmen. Flexiblere Nutzungen für die Verwaltung oder eine qualitative Steigerung des Dorfzentrums ziehen halt schlicht nicht, wenn die Zahl auf dem Preisschild dafür so hoch ist.

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