Wenn die Augen funkeln und der Anzug glitzert
Glosse zum Bachelor-Auftakt
Unser Redaktor schaut normalerweise nicht den Bachelor. Dieses Jahr kommt er nicht darum herum: ein Oberländer in der Hauptrolle, zwei Frauen aus der Region, die um ihn buhlen.
Herbst: Das bedeutet bunte Wälder, heisse Marroni, warmer Tee – und montagabends vor der Mattscheibe oder dem Screen hängen und beim Bachelor mitfiebern oder mitleiden. Je nachdem, zu welcher Sorte Publikum man gehört.
Ich zählte bislang zu keinem von beiden. Habe ich doch stets einen grossen Bogen um die Brunftgesänge des Beaus – oftmals so ein Bilderbuch-Mann, tätowiert, gebräunt, mit Sixpack und ganz viel Intelligenz ausgestattet – und dem Gekreische der nicht minder intelligent wirkenden Frauen gemacht.
Doch dieses Jahr ist alles anders: Der Schönling ist mit Fabrizio Behrens ein Rütner.
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Und in seinem am Anfang 18 Frauen umfassenden Harem finden sich mit der Dübendorferin Lina und der Hinwilerin Bea gleich zwei Frauen aus der Region, die das Herz des Bachelors erobern wollen.
Und tatsächlich sind es die beiden, die der ersten Folge der diesjährigen, neuen Bachelor-Staffel ihren Stempel aufdrücken. Aber alles der Reihe nach.
Der Mann
Natürlich wird uns am Anfang erst einmal Fabrizio vorgestellt. Rebellisch und auf der Suche nach Abenteuern ist der 33-Jährige – und während diese Worte aus dem Off erklingen, sehen wir, wie der Rütner mit brasilianischen Wurzeln wie alle Abenteurer (und Bachelors vor ihm) erst einmal Jetski fährt. Und zu Beginn gibt Fabrizio gleich mal die Marschroute vor: «Ich will ein ehrlicher Bachelor sein und kein Blatt vor den Mund nehmen.»
Wer schaut nicht Bachelor, diese Sendung, die nur so vor Ehrlichkeit strahlt. Und dass in dieser Sendung dann doch eher Dinge in als vor den Mund genommen werden, beweist der Bachelor gleich selber, als er einer der Frauen ihr Strumpfband mit den Zähnen auszieht.
Zu Beginn sehen wir Fabrizio im Musikstudio – seine Karriere soll übrigens durch die Ausstrahlung nicht vorangetrieben werden – und hoffen inständig, dass er sich auf seinen Dates besser anstellen wird als vor dem Mikrofon.
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Die Frauen
Bevor Fabrizio seine Ladys das erste Mal sehen darf, wird uns schon die eine oder andere Dame vorgestellt. Da sind die Cousinen Damaris und Vera, Seelenschwestern, die erstmals gemeinsam um einen Mann buhlen. Da ist die Quotendeutsche Lidia, mit ihren 37 Jahren die älteste Teilnehmerin. Ob Nuria auch im übertragenen Sinn eine gespaltene Zunge hat, wird sich zeigen. Genauso, ob die 23-jährige Ardita so siegesgewiss sein kann, wie sie sich von Anfang an gibt.
Am Strand werden Cocktails geschlürft, während sich im Hintergrund der Himmel über Thailand düster färbt – ein Schelm, wer Böses ahnt.
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Noch sind die Krallen aber eingefahren, es wird getratscht, gelacht, gefachsimpelt: Wie gross ist der Bachelor? Will er Kinder? (Spoiler: Wir wissen, dass er eine sechsjährige Tochter hat und dass seine Prinzessin für ihn alles ist – wenn sich Frau da nur damit abfinden kann, die zweite Geige zu spielen.)
Die Ankunft
Apropos spielen: Nicht auf Fabrizios Oboe, sondern auf ihrer Ukulele klimpert am Abend der Begrüssung die 21-jährige Julia aus Österreich. Damit verpasst sie leider die Top 3 der frivolsten Auftritte an diesem Abend deutlich.
Mehr Feuer im Dach, oder vielleicht auch Hintern (das Körperteil, das in dieser Sendung wohl die meiste Screentime erhält) hat Lina. Für die Freiwillige Feuerwehr Dübendorf arbeitend, lässt es sich die 30-Jährige nicht nehmen, mit Blaulicht und Feuerwehr-Jeep am Strand vorzufahren, sich die Uniform vom Leib zu reissen und zu säuseln: «Ich will hier keine Brände löschen, sondern dein Feuer entfachen.»
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Aha, eine Pyromanin also. Und ja, natürlich sehen wir im Einspieler, wie sie Schläuche hält und damit spritzt, also Löschwasser.
Am besten gefällt Fabrizio jedoch Beas Gang über den roten Teppich. Die 22-Jährige aus Hinwil zieht mit ihrem Ausseh…, ähm ihrer Ausstrahlung den Bachelor sofort in ihren Bann. Nachdem alle Frauen angekommen sind, wird sie von Fabrizio die erste Rose erhalten und sagen: «Ich habe es geschafft, aber ich weiss nicht wie.» Und unser Oberländer Herz ist jetzt schon hin und weg.
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Übrigens, von Fabrizio sind ja alle Frauen hin und weg. Natürlich ist es seine Ausstrahlung, die in fast jeder das Blut zur Wallung bringt. Allerdings tragen auch die blauen und funkelnden – nicht blinkend, ganz wichtig – Augen des Lockenschopfs das Ihre dazu bei.
Damit lässt sich auch sagen: Doch dieses Outfit, absolut top gewählt, glitzernder Anzug, funkelnde Augen, was kann da noch schiefgehen.
Die Entscheidung
Während Fabrizio zur Begrüssung abgefüllt, geheiratet und zum Wet-Dress-Juror gekürt wird, geht es im ersten Spiel am nächsten Tag schon etwas tiefgründiger zu und her. Sechs Damen müssen Red Flags, die bei ihnen zu finden wären, also ihre grössten Schwächen und dunkelsten Geheimnisse, enthüllen, der Bachelor diese zuordnen. Das geht, oh Wunder, fast ohne Drama zu und her.
Dieses bleibt auch bei der ersten Nacht der Rosen aus. Auch wenn sich Fabrizio diese Entscheidung, die er «noch nie treffen musste», einfacher vorgestellt hat, kürt er am Ende jene 16 Frauen, die eine Runde weiter dürfen. Derweil Bea ihre Rose schon hat, muss Lina bis zur drittletzten Rose warten. Wie es für die Glattalerin und die Oberländerin weitergeht, und ob es tatsächlich ein Traumpaar aus der Region gibt, werden wir in den kommenden Wochen erfahren.
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