Und jetzt wollen die Römer alles
Kommentar zum Gemeindewechsel-Streit
Nänikon und Werrikon wollen zu Greifensee und Uster will Greifensee. Was passiert im Grenzstreit: Abspaltung oder Fusion? Unser Kommentar zum Thema.
Nänikon und Werrikon, zwei kleine gallische Dörfer fernab der römischen urbs usterica – hätte Uster, das nie über Stadtrecht verfügte, einen lateinischen Namen gehabt. Die gallischen Dörfer, sie sind zwei Ustermer Aussenwachten, die sich fernab des städtischen Zentrums sehen.
Die rund 3000 Einwohner sind aus ihrer Sicht schon lange Teil von Greifensee. Und wollen sich deshalb vom grossen Reich abspalten. In einem ersten Schritt wollen die Dorfältesten, ein Komitee, die Prüfung und die Schaffung faktenbasierter Grundlagen. Und lancieren deshalb die Unterschriftensammlung für eine Initiative.

Doch die Römer wollen ihre Dörfer nicht aufgegeben. Stattdessen fordert eine Mehrheit der Fraktionen im Ustermer Parlament die Prüfung einer Fusion – mit Greifensee. Die Einverleibung des Kleinen durch den Grossen, sie widerspricht all dem, was die Näniker und Werriker wollen.
Gemeinderäte, die Angst um Arbeitsplätze haben, stossen Initianten, ortsansässige Bevölkerung und die Gemeinde Greifensee vor den Kopf. Geht es den Gemeinderäten wirklich nur um das Aufzeigen von Alternativen? Die sieben Parteien berufen sich darauf, die Interessen aller Ustermerinnen und Ustermer zu vertreten. Doch dabei sind die der Gallier mehr als klar: 92 Prozent sagten vor mehr als zwei Jahren Ja zur Prüfung eines Zusammenschlusses. Mit dem Dorf.
> > Zum Bericht: Nänikon und Werrikon wollen Abspaltung, Usters Politik eine Fusion
