Ich niese, also bin ich
Tösswegs
Dieser Text widmet sich dem Niesen. Und nein, er ist kein neuerliches Klagelied über die Pollen, die viele unserer Mitmenschen plagen, welche den Frühling als nie enden wollende Folter für die Sinnesorgane erleben. Auch wenn das Gröbste überstanden sein dürfte: An dieser Stelle möchte ich allen Betroffenen mein Mitgefühl ausdrücken.
Heute bin ich aber egoistisch. Und freue mich darüber, nicht zur Fraktion der Pollenallergiker zu gehören. Mehr noch: Ich zeige schonungslos ehrlich auf, dass Niesen nicht für alle mit Qualen verbunden ist.
Aber nicht, indem ich Allergikerinnen und Allergikern ihr Leiden abspreche oder sie mit Phrasen wie «Hättest du in der Kindheit mal lieber mehr draussen gespielt!» abspeise. Sondern mit meiner persönlichen Erfahrung.
Immer wenn ich in grelles Licht blicke – egal, ob in die Sonne an einem schönen Sommertag oder in Richtung Schreibtischlampe im dunklen Büro –, schaltet mein Körper in den Niesmodus. Was sich mit einem scheuen Kitzeln in der Nase ankündigt, mündet in einem explosiven Nieser – und einem Schwall Erleichterung.

