Aus. Vorbei. Nie mehr das Leiden, das Zittern, an einem Sonntag vor dem Fernseher. Wenn Roger Federer zum Gewinn eines Grand-Slam-Titels – oder wie eher üblich in den letzten Jahren – gegen die Niederlage aufschlug. Der Tennis-Star, in meinen Augen vielleicht auch Tennis-Gott, ist zurückgetreten.
Ich bin mit dem Maestro aufgewachsen. Also irgendwie zumindest. So gut wie das halt geht: er auf dem Tennisplatz, ich vor der Mattscheibe. So gestaltete sich während meiner Zeit am Gymnasium praktisch jeder Sonntag – anstatt, dass ich für die nächste Prüfung paukte.
Natürlich war ich sportbegeistert. Natürlich habe ich Fussball und Eishockey geschaut, als es bei SRF noch die Möglichkeit dazu gab.
Aber plötzlich war da dieser Basler Braunschopf, der mit der gelben Filzkugel anstellen konnte, was er wollte: Aufschlag Ass, einhändige Rückhand longline, gezogen wie ein Strich, Vorhand- und Rückhandsmash, Stoppbälle, die sich Zentimeter hinter dem Netz senken und für die allermeisten Gegner unerreichbar waren – jeder Schlag ein Traum.
Bei jedem Spiel gebannt mitzuverfolgen, wie sich dieser Vorzeigeschweizer einen weiteren Rekord sicherte und Schritt für Schritt die Spitze des Tennisolymps bestieg. Federer schaffte es, mich mit seinem glanzvollen Spiel in seinen Bann zu ziehen.

